Wenn man Triumphgemüse gelesen hat, fragt man sich, warum alle Welt den Roman als die große Form der Literatur bezeichnet. Jochen Schmidt ermisst hier neue Dimensionen des Formats Erzählung. Was Schmidt vor allen gleichaltrigen Mitbewerbern seiner Zunft auszeichnet ist einerseits das Fehlen des Zwanges die Welt in cool und uncool einteilen zu müssen, andererseits beherrscht er die deutsche Sprache, was in der heutigen jungen Literatur nicht selbstverständlich ist. Angenehm, dass diese Meisterschaft so schön unaufdringlich daherkommt. Ob in Moskau, im Oderbruch oder in Berlin, die Tragödien von Schmidts Helden erscheinen klein und handlich, und doch tut sich eine Welt des Schmerzes und der Freude auf, die man in der neuen deutschen Literatur oft vermisst. Die Übersetzung von "Triumphgemüse" ins Polnische, Englische und vor allem Niederländische dürfte nur eine Frage der Zeit sein. Es scheint noch nicht überall angekommen zu sein, aber was Schmidt hier vorgelegt hat, ist Weltliteratur.