Heinz Schön, seines Zeichens Archivar und Ersteller des größten Gustloff-Archivs der Welt, ist Co-Autor der Dokumentation, sowie ein Überlebender der ca. 1.000 von 10.000 Menschen an Bord der "Wilhelm Gustloff" - die 1945 versenkt wurde.
Er spricht im Film, sowie in einem außerordentlich emotionalen und langem Bonusinterview über die Katastrophe, die er selbst miterlebte - im wahrsten Sinne des Wortes.
Auch andere Zeitzeugen sprechen über dieses Schicksal und natürlich auch über ihr eigenes, persönliches Erlebte.
Der Film beginnt aber nicht mit dem Untergang des Schiffes, sondern mit dem Bau und der Geschichte der Wilhelm Gustloff, als KdF-Dampfer - auf dem Tausende Normalbürger des Dritten Reiches die Weltmeere bereisten.
Und auch den Teil ihrer Geschichte, als die Gustloff zum Ausbruch des Krieges 1939 zum Truppentransporter umfunktioniert wurde.
Erschütternd finde ich die Tatsache, dass der U-Boot Kapitän, der das völlig überladene Flüchtlingsschiff torpedierte, post hum (1990) die Auszeichnung "Held der Sowjetunion" bekam...
Ein toller Held, der 10.000 Menschen angriff und 9.000 in den Tod schickte - darunter 5.000 Kinder!!!
Stalin und seiner Roten Armee war bewusst, dass Anfang 1945, als die Russen in Ostpreußen einmarschierten und somit die Reichsgrenze überschritten hatten, sich zig Tausende Zivilisten in Trecks auf die Flucht begaben und gerade den Weg über die Ostsee zur Rettung suchten.
Ein sachlicher Film. Gut gemacht, mit tollen historischen Filmaufnahmen,
nachgestellten Szenen während des Untergangs an Bord des Schiffes,
sowie ergreifende Zeitzeugenberichte vor der Kamera.
Eine tolle Dokumentation.
Auch empfehlenswert: Das in gleicher Reihe erschienene Hörbuch "Die Todesfahrt der Wilhelm Gustloff", sowie die Bücher von Heinz Schön.