Diesen Mai hatte ich wieder einmal das Vergnügen Doro Pesch live zu bewundern. Neben einem Reigen aus Hits präsentierte sie dabei nicht weniger als 5 Songs von "Triumph and Agony", welche standesgemäß abgefeiert wurde. Dieses vierte und letzte Album der Band "Warlock" ist bis heute DAS Highlight im sonst an starken Veröffentlichungen nicht armen Katalog von Doro. Schade eigentlich dass diese Band-Konstellation nach diesem Album auseinanderfiel. Schade eigentlich. Wer weiß wie viel stärker "Force Majeure" oder das etwas glattgebügelte "Doro" -beides die Nachfolger - geklungen hätten?
Die Songs im Einzelnen:
All we are
Es gibt kein Doro-Konzert, auf welchem nicht früher oder später dieser Song angestimmt wird. Eine knackige Up-Tempo-Nummer mit simplen, aber eingängigem Refrain: "All we are, all we are, we are, we are all, all we need". Hinzu kommt ein knackiges Gitarrensolo.
5 Sterne
Three Minute warning
Metal in seiner pragmatischsten Form. Ein schneller, einfach strukturierter Metal Song, der keinen Anspruch erhebt, große Kunst zu sein, sondern einfach nur geradlinig nach vorne rockt. EIn klasse Headbanger also, auch wenn er aufgrund seiner Länge bzw. Kürze eigentlich "Two-and-half-Minute Warning" heißen müsste.
4 Sterne
I rule the ruins
Nach zwei direkten Nummern folgt nun ein raffinierterer Song. Das knackige Riff weist auf einen weiteren Up-Tempo-Metal-Track hin, doch die Strophen sind recht stoisch und im Mid-Tempo-Bereich gehalten. Der Refrain dagegen ist sehr hymnisch und wirkt durch die dezenten Keyboards ein wenig mystisch. Für mich der beste Song des Albums
5 Sterne
Kiss of death
Mit "Kiss of death" gibt es die erste Ballade des Albums, wobei "Ballade" nicht ganz das richtige Wort ist. Getragener, schwermütiger, kraftvoll und ruhig zugleich. Die Strophen sind recht ruhig intoniert, während es im Refrain und vor allem beim Gitarrensolo rockiger zugeht.
5 Sterne
Make time for love
Auch dieser Song schwankt zwischen Ballade und Mid-Tempo-Rocker. Eine melodischer Rocker mit ruhigen Momenten und erneut recht wuchtigem Refrain.
4 Sterne
East meets West
Hier wird jetzt wieder der Härtegrad gesteigert. Eine griffiger Metal Rocker, der durch seinen abgehackten Refrain ( When East *Paukenschlag* Meets *Paukenschlag* West...) auf jedem Doro Konzert zur Mitgröhl-Hymne mutiert. Wieder einmal kann hier das Gitarrensolo begeistern.
5 Sterne
Touch of Evil
Ach ja, Radiohörer werden es wohl nie verstehen, was man daran toll finden kann, wenn ein Sänger sich in Ekstase schreit. Ein schneller, agressiver Metal Song in welchem Doro sich in Höhen steigert, die ein männlicher Sänger wohl nur mit dem Verlust seiner Manneskraft erreichen könnte ;)
5 Sterne
Metal Tango
Bisher waren die Songs recht geradlinig, doch "Metal Tango" stellt einen aufhöhrenswerten Farbklecks auf der Platte dar. Der Titel ist Programm: Die Band performt einen Metal Song auf der Basis eines Tango-Rhytmus. Das Ergebnis: Überraschend gut. Vor allem ist dies der einzige Metal Song, den ich kenne, auf den man tatsächlich tanzen kann.
5 Sterne
Cold, cold world
Mit dem vorletzten Song wird noch einmal richtig gerockt. Ein geradliniger, schneller Heavy Metal Song, welcher erneut Doro's Stimme in Ekstase und ein klasse Gitarrensolo aufweist.
4 Sterne
Für immer
Die letzte Nummer befördert "Triumph and Agony" dann noch ein ganzes Level höher. Eine sanfte, mystisch angehauchte Rock Ballade, mit sanften Percussions, warmen Keyboards und bluesiger Rock Gitarre. Doro singt die Strophen in deutsch, während der Refrain in Englisch gehalten ist. Ein starker, natürlich auch leicht kitschiger Text über Liebe, Treue und ewig Freundschaft.
Mehr als 5 Sterne
Fazit
Auf ihrem letzten Album hat die Band alle Stärken gebündelt: Schnelle agressive Metal Rocker, hymnischen Hard Rock und interessant arrangierte Stücke wie "Metal Tango". Mit "Für immer", "All we are" und "I rule the ruins" sind nicht weniger als drei unverzichtbare Live-Klassiker auf der Platte drauf, die zudem mit ihrer melodischen, aber dennoch druckvollen Produktion begeistern kann.