Das ist (auch) - mit - einer der (emotional) "fesselnsten", - dazu noch, wenigstens z.T. auf Tatsachen beruhenden Filme, die ich jemals (aber, bisher leider zum einzigen mal mehr aus Neugierde bzw. puren Zufall) vor Jahren im TV zum Thema "Konzentrationslager", - gesehen habe.
Verglichen zu etlichen anderen, schon verfügbaren und (mehr oder weniger) sich mit geschichtlichen Kapiteln wie Holocaust oder "nur" 2. Weltkrieg beschäftigten Filmen in der Art wie z.B. "Schindlers Liste", "geh und sieh", "die Grauzone", "Hitlerjunge Salomon" ... "Holocaust" / "der Feuersturm" - die mehrteiligen Serien (beim zuletzt angegebenen Titel ist der Fernsehfilm, u.a. mit Jane Seymour und Ian McKellen gemeint , - bei dem es auch endlich Zeit wird, diesen dann mal auf DVD rauszubringen) sollte dieser hier auch bestimmt noch ebenso empfehlenswert bleiben, und kann sich durchaus damit auf gleichem Niveau "messen" lassen (wurde sogar an Originalstellen gedreht), daher etwas unverständlich, wieso nicht genauso bekannt geworden.
Zur Story: Der Film erzählt die auf realen Fakten basierende Geschichte des griechischen Olympia - Boxers Salamo Arouch (Willem Dafoe). Er wird mit seiner ganzen Familie nach der deutschen Besetzung seiner Heimat ins KZ Auschwitz deportiert und dort gezwungen, zur Belustigung des Personals buchstäblich "um sein Leben" zu boxen. Solange er dabei noch gewinnt,darf er (vorerst noch) weiterleben. Verliert er allerdings den Kampf, bedeutet das für ihn und seine Angehörigen den Tod. Arouch boxt also, trotzdem er zeitgleich dazu noch Frohnarbeit im Lager ableisten muß und auch keinerlei besondere Extrarationen erhält, immer wieder mit aller Kraft , - sogar gegen seine frisch ausgeruhten, deutschen Gegner (ob diese bei K.O. ebenfalls sein Schicksal erwartet hätte, wird hier zwar nicht ganz genau gezeigt, wäre aber möglich).
Er gewinnt dabei immer wieder über einen längeren Zeitraum, seine Gegner werden umgebracht. Als dann später nach dem zwar nicht ganz geglückten, aber doch wenigstens kurzzeitig "erfolgreichen" Aufstand des Krematorium - Sonderkommando's und Ankunft der roten Armee Auschwitz "befreit" wird, hat aber trotzdem nur er allein als einziger seiner gesamten Familie überlebt.
(kurze Anmerkung, - zur hier kurz gezeigten Häftlingsrevolte ... ein weiter oben bereits genannter Film, "die Grauzone" befasst sich ausführlicher mit diesem kaum bekannten und nicht genug gewürdigten Thema, - jüdischer Widerstand)
Willem Dafoe (dem breiten Publikum ziemlich bekannt geworden durch die Rolle als Sgt. Elias in Oliver Stone's Film "Platoon") zeigt und beweißt hier ebenso wie im zuvor gedrehten und damals umstrittenen Skandalfilm " die letzte Versuchung Christi " aus den Jahre 1988, das er großes Talent als Charakterdarsteller hat, dem viel öfter anspruchsvollere Rollen angeboten werden sollten. Ebenso liefern auch die Nebendarsteller eine durchgehend gute und überzeugende, schauspielerische Leistung ab, - allen voran Edward James Olmos (u.a. "Miami Vice", "Battlestar Galactica"), hier als "Zigeuner" bzw. Roma/Sinti ...
, - die, obwohl sie zuerst noch als "arisch" gegolten haben, etliche davon dienten in der deutschen Wehrmacht oder waren mit deutschen Frauen verheiratet, später dann im Kriegsverlauf nur noch als "asozial" deklariert, und entsprechend genauso zur physischen Vernichtung bestimmt wurden. Es gab sogar Halbjuden in der sogenannten "deutschen Wehrmacht" ! , -
... der hier in jener, - durch u.a. "als die Geigen verstummten" mit Horst Buchholz (wo bleibt denn eigentlich dieser Film auf - deutscher - DVD !?) halbwegs bekannt gewordenen KZ - "Lagerkapelle" für die Beschwichtigung neu angekommener Häftlinge spielen muß, bis ihn und seinen Angehörigen irgendwann schließlich ebenfalls der Tod erwartet.
Auch dies ist, der Massenmord an allen anderen Gruppen als "nur" Juden, ein immer noch zu wenig beachteter, geschichtlicher Fakt und es wäre gut und - gerade heutzutage - genauso wichtig, wenn darüber mal ein halbwegs den Fakten entsprechender - und dabei allerdings nicht mehr so einseitig anklagender bzw. klischeehafter - Film (!!!) zu dem Thema gemacht wird.
Naja, wie auch immer (Fazit) ein bewundernswertes wie ebenso tragisches Plädoyer für Mut, Hoffnung und oftmals mit Leben bezahlter Beweis dafür, was Menschen bereit sind, anderen Menschen für ihren Glauben bzw. ihre tiefsten Überzeugungen anzutun, - völlig egal, in welcher Epoche oder bei welcher Nation in der bisherigen Geschichte auch immer, - und daher auch noch heutzutage überaus hochaktuell wie (zeitlos) brisant.