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Tristram Shandy [Taschenbuch]

Laurence Sterne
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

1982
Obgleich der Titel eine Lebensbeschreibung des Ich-Erzählers in Aussicht stellt, erfährt der Leser über die Biografie Tristrams kaum etwas, und auch andere Erwartungen des Publikums durchkreuzt Sternes Roman gründlich. Angetreten mit dem Vorsatz, sein Leben gewissenhaft und unter Berücksichtigung aller kausalen Zusammenhänge darzulegen, verstrickt sich der Held - er wird erst im dritten Band geboren! - in zahlreichen Digressionen (Stichwort R S. 1033), die allesamt auseinander hervorgehen. Der chronologische Ablauf wird auf diese Weise nicht nur verlangsamt, sondern zum Stillstand gebracht und schliesslich sogar ins Gegenteil verkehrt, da der Roman nach dem Bewusstsein des Protagonisten geordnet ist: Die Erzählung beginnt 1718 - neun Monate vor Tristrams Geburt - und wechselt zwischen verschiedenen Daten anscheinend planlos hin und her; das Buch endet in der Erzählung mit dem Jahr 1713. Dazwischen liegt ein vorgebliches Chaos aus scheinheilig kaschierten Schlüpfrigkeiten, eingeschobenen Erzählungen sowie leeren oder geschwärzten Seiten. Das Vorwort reicht der Erzähler im dritten Teil nach.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 816 Seiten
  • Verlag: Diogenes Verlag; Auflage: 6., Aufl. (1982)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257209509
  • ISBN-13: 978-3257209501
  • Größe und/oder Gewicht: 18,1 x 11,3 x 4,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Von den Zeitgenossen enthusiastisch gefeiert, übte das Werk durch seinen urbanen Geist, seine raffiniert verschlüsselte Erotik und seinen tiefsinnigen Humor einen kaum abschätzbaren Einfluß in ganz Europa aus." (Lexikon der Weltliteratur)

Rezension

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman
OT The Life and Opinions of Tristram Shandy, GentlemanOA 1759–67 DE 1769Form Roman Epoche Aufklärung
Der Roman von Laurence Sterne, der bis 1767 in neun Bänden erschien, bewirkte im Winter 1759 eine Sensation, da er er eine Parodie des noch jungen englischen Romans darstellte.
Inhalt: Obgleich der Titel eine Lebensbeschreibung des Ich-Erzählers in Aussicht stellt, erfährt der Leser über die Biografie Tristrams kaum etwas, und auch andere Erwartungen des Publikums durchkreuzt Sternes Roman gründlich. Angetreten mit dem Vorsatz, sein Leben gewissenhaft und unter Berücksichtigung aller kausalen Zusammenhänge darzulegen, verstrickt sich der Held – er wird erst im dritten Band geboren! – in zahlreichen Digressionen (Stichwort R S. 1033), die allesamt auseinander hervorgehen. Der chronologische Ablauf wird auf diese Weise nicht nur verlangsamt, sondern zum Stillstand gebracht und schließlich sogar ins Gegenteil verkehrt, da der Roman nach dem Bewusstsein des Protagonisten geordnet ist: Die Erzählung beginnt 1718 – neun Monate vor Tristrams Geburt – und wechselt zwischen verschiedenen Daten anscheinend planlos hin und her; das Buch endet in der Erzählung mit dem Jahr 1713. Dazwischen liegt ein vorgebliches Chaos aus scheinheilig kaschierten Schlüpfrigkeiten, eingeschobenen Erzählungen sowie leeren oder geschwärzten Seiten. Das Vorwort reicht der Erzähler im dritten Teil nach.
Struktur: Was nach erzählerischer Unfähigkeit bzw. purer Spottlust aussieht, ist tatsächlich wohl durchdacht. Sterne parodiert den Vernunft- und Ordnungsglauben der Aufklärung, zugleich aber setzt er an die Stelle des klassischen Erzählmodells (das auf dem Prinzip linearer chronologischer Abläufe basiert) einen neuen, »zirkulären« Romantypus.
Der eigentliche literarische Kunstgriff des Buchs liegt darin, dass durch das Fehlen einer stringenten Handlung der Blick vom Erzählten auf den Vorgang des Erzählens selbst gelenkt wird. Der Protagonist Tristram denkt laut über seine Schreibweise nach, erwägt, prüft oder verwirft ausdrücklich den Gebrauch verschiedener Stilmittel und diskutiert solche Fragen mit seinen Lesern, welche ihm wiederholt mit Einwänden ins Wort fallen (herkömmliche Romane hatten dem Publikum dagegen eine nur passive Rolle zugestanden). Dadurch bekommt das Werk den Charakter einer Konversation.
Wirkung: Der Roman war nach seinem Erscheinen sofort erfolgreich. Sein Stil wurde u. a. im Sentimental Magazine nachgeahmt. In Frankreich, wo man Sterne den Titel eines »englischen Rabelais« verlieh, inspirierte er Denis R Diderot zu dessen Roman Jacques der Fatalist und sein Herr (1778–80).
In Deutschland ist R Jean Paul sein wichtigster Nachfolger. Die sittenstrengen Viktorianer stießen sich an Sternes Albernheiten und Anzüglichkeiten, seit etwa 1920 aber ist seine Aktualität unbestritten. Für Milan R Kundera war Tristram Shandy »der modernste Roman des 18. Jahrhunderts«. Indem Sterne dem Bewusstsein des Helden als erzählerischem Strukturprinzip den Vorrang vor einer chronologischen Darstellung einräumte, wies er bereits auf den Roman der Moderne voraus, wie ihn James R Joyce und Virginia R Woolf erarbeiteten. N. S. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
37 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Über die gut verträgliche Leichtigkeit des Seins 19. November 2000
Format:Taschenbuch
Eingestellt auf eine kontinuierliche Geschichte fühlt man sich am Anfang ein wenig vor den Kopf gestossen. Laurence Sterne lässt Geschichten abrupt enden, wenn sie gerade am spannendsten sind. Er kommt vom Hundersten ins Tausendste und der zeitliche Ablauf der Ereignisse erfolgt alles andere als chronologisch.

Es scheint mir nicht genug dieses Buch einfach nur zu lesen. Vielmehr verwickelt es den Leser in ein Gespräch mit dem Autor, das ständiges Wachsein und eine gewisse Eigenaktivität erfordert. Nach dem Überwinden anfänglicher Irritationen, stellte ich fest, dass es gerade diese Art des Miteinbezogenseins, eine Art interaktiven Lesens, war, die mich fesselte. Bei Sterne weiss man nie was der nächste Satz bringt, ja man weiss nie, ob er nicht das nächste Kapitel auslässt, um es später nachzuholen oder auch nicht. Das erzeugt Spannung und erfordert Aufmerksamkeit.

Aber das eigentlich Bezaubernde und Tröstliche an diesem Buch ist die Haltung des Ich-Erzählers, hinter dem sich der Autor erkennen lässt. Es zeichnet ihn aus ohne Vorwurf, ohne Klage und ohne Urteil seine Geschichten zu erzählen. Bemerkenswert ist die Freundlichkeit und Gutmütigkeit mit der er menschliche Schwächen, Missverständnisse und Eigenheiten seiner Charaktere sehenden Auges aus tiefem Herzen wertschätzt. Es gibt kein Geziehe und Gezerre an seine Gestalten, sie sind manchmal hilflos, oft lächerlich aber immer liebenswert.

Die Seiten des Buches sind voll von erfrischenden, scheinbar belanglosen Alltäglichkeiten und obwohl ich mich nicht mehr so sehr an deren Inhalte erinnere, erinnere ich mich an die fröhliche Heiterkeit, die sie in mir auslösten. Gerade im Vermeiden jeder Tragik erweist sich sein Tiefgang und man geniesst die gut verträgliche Leichtigkeit des Seins

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5.0 von 5 Sternen Tristram Shandy 30. April 2013
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
In den so skurrilen und verschlungenen Meinungen und Erzählungen des T.S. kommt ein so herrlicher Humor hervor, dass man über das Leben nur noch schmunzeln (lachen) kann.Er ist ein Wegbereiter für Jean Paul, den ich auch sehr mag.
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5.0 von 5 Sternen Lieblingsbuch! 26. Februar 2013
Von wbdani
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
bitte unbedingt zeit nehmen und lesen, staunen, lachen und nochmals lesen, lesen, lesen,.... Must Have für alle Fans des guten alten britischen Humors
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