Tristopolis hat: unglaublich gute Ideen, wahrlich unglaublich - Unglaublich schade ist es jedoch, dass das Potential dieser Ideen nicht genutzt wird.
Ja, auch ich bin ziemlich enttäuscht. Man hätte so viel daraus machen können - diese ganze Welt ist eigentlich dermaßen abgefahren, aber wenn die Originalität nicht originell umgesetzt wird, dann macht es keinen Spaß.
Die Handlung ist dabei nicht mal das originellste. Inhaltlich ist Tristopolis mehr ein Krimi als irgendwas anderes, und ein ziemlich öder noch dazu. Die Protagonisten sind allesamt relativ platt geraten, und ihre Motive und Handlungen wirken oftmals hahnebüchen (sagt man doch so, oder?) und nicht nachvollziehbar - oder aber (und das passiert leider ebenso häufig) viel zu leicht durchschaubar, vorhersehbar...
Nach meinem ersten Eindruck, der noch sehr vielversprechend auf mich wirkte, dachte ich eigentlich, dass es bald richtig losgeht, doch ich wartete vergeblich drauf. Die ganzen Ideen wirken immer nur grob skizziert, und nur selten gelingt es Meaney so etwas wie Tiefenwirkung zu erreichen. An ganze zwei Szenen kann ich mich entsinnen, wo die Beschreibungen authentischer, glaubhafter und lebendiger werden. Da scheint Meaney einen guten Tag gehabt zu haben. Alles andere wirkt viel zu gehetzt, so als fürchte sich der Autor zu lange an einem Ort zu bleiben. Dabei ist die Geschichte eigentlich keine, die auf Geschwindigkeit aufbauen müsste.
In den Werbetexten hieß es, dass es noch nie etwas vergleichbares gegeben hätte, Meaney habe das Genre neu definiert: NEIN, hat er nicht. Er hat lediglich einen langweiligen Krimi in eine originelle Welt übertragen und dies äußerst schlampig und lückenhaft noch dazu.
Davon einmal abgesehen: die 500 Seiten schrecken nicht ab. Großer Druck, schneller Stil, großzügige Absätze - das hat man an zwei / drei Nachtmittagen durch. Dass es als Trilogie angelegt ist, fällt kaum auf. Die Geschichte ist in sich abgeschlossen, und das Ende ist sogar etwas tragisch - aber eben nicht überzeugend.
Wieder mal ist es also geschehen, dass ich mich von der reißerischen Aufmachung eines Buches habe in die Irre führen lassen. Wobei gerade die Aufmachung bemerkenswert ist. Das Cover schaut man sich tatsächlich gerne an, und ist mein Favorit für zukünftige Artwork-Preise. Das wars dann leider auch schon.