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Produktinformation
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Ganz oben auf der Liste des Leids, die uns das popkulturelle Quintett zusammengestellt hat: die Ironie. Das ist nicht leicht zu verstehen, dann was sie da betreiben, sieht ganz nach bitterstem Zynismus aus. Vielleicht ist das aber auch ein strukturelles Problem: Wer die perversen Verhältnisse unserer konstruierten Arbeits- und Vergnügungswelt beschreiben will, muß zwingend ironisch vorgehen.
Wie auch immer: Die saloppe Kulturkritik mitsamt der dekadenten Pose dieser "Betrifft-mich-nicht-Wichte" enthält "mehr Debatte als ein ganzjähriges Zeit-Abonnement", wie ein Kritiker schrieb. Wem Pierre Bourdieu, dem Denker der feinen Unterschiede, zu schwierig, die Pop-Gazette Spex zu theologisch und Max Goldt bzw. Wiglaf Droste zu linksliberal sind, der sollte sich dieses Buch beschaffen - als Erbauungsliteratur auf dem Heimweg vom Einkaufen, als Nachschlagewerk (ca. 800 Einträge im Sachregister), als Vademecum für ästhetisch unsichere Tage. Es ist, wie es an einer Stelle heißt, "bigger than life and twice as ugly". --Nikolaus Stemmer -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Der Rahmen so gewählt, um es der Viva Generation, Golf Generation, Generation X oder wem auch immer unter dem Deckmantel der „coolen location“ anzudrehen ohne auch nur einen Blick auf den tatsächlichen Inhalt verschwenden zu müssen (auf den 188 Seiten steht ja auch Nichts). Das liest sich als berechtige die Veröffentlichung eines Buches in Deutschland schon mit dem Schreiben seiner Memoiren zu beginnen oder á la Günther Grass seinen Senf zu allem und jedem dazuzugeben und sich fortan zu der geistigen Elite der Republik zu zählen. Weisheiten, die keiner braucht, Zusammenhänge herstellen zu historischen Ereignissen um die Kenntnis derselben mitzuteilen, und das Schlimmste: sich selbst zu Sprechern einer Generation zu ernennen, die sich zum größten Teil nicht jedes Wochenende auf Kokspartys rumtreibt oder die Groupies der Fantastischen Vier fickt und für die Veröffentlichung der Erfahrung, dass es einem nach so einem Wochenende meist schlecht geht, auch noch Geld kriegt. Von konservativen Werten und Moral schwafeln und dazu die „Kleider machen Leute“-Philosophie in totaler Arroganz herauskehren, obwohl man sich Persönlichkeit ja nicht kaufen kann, und gerade darauf kam es früher ja gar nicht an. Die Idee der notwendigen Schilderung (was man gerade anhat, trinkt oder raucht) ist denn auch noch geklaut (haben die dann doch heimlich American Psycho gelesen?). Super nervig übrigens.
Wenn’s wenigstens lustig wäre, aber so ist beim Lesen der Name Programm: Tristesse Royal. Nichts. Null. Da ist 42 schon mehr.
Das Gute ist, dass sich ja nicht nur die gesamte Gesellschaft in Gruppen aufspaltet, sondern auch die Generationen in sich usw.. Wie repräsentativ ist denn da die konsumgeile Celvin Klein Fraktion die daran glaubt eine Unterhose wird durch die Initialen seines Schöpfers zu etwas anderem als einer Unterhose?
Habe ich eigentlich verpasst, dass jetzt alle „ich habe dich geschaut“ anstatt „gesehen“ sagen? Gleich der Modephrase „nicht wirklich“, die auf absolut alles eine nichtssagende Antwort ist. Oder haben dann doch zu wenige dieses schlechte Buch gelesen, als dass sich das durchsetzt? Na hoffentlich.
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