Natürlich kann man Reis auch in einem gewöhnlichen Topf auf der Herdplatte nach der Qellmethode kochen. (Hab ich zwei Jahrzehnte so gemacht.) Nur muss man dabei sehr aufpassen, dass man den Topf rechtzeitig von der Platte nimmt. Wenn man sich nebenbei um Gemüse, Soße und Fleisch kümmert oder durch anderes abgelenkt wird, kann man den richtigen Augenblick leicht verpassen und der Reis pappt am Topfboden und ist einige Minuten später angebrannt.
Da ich inzwischen wieder Single bin und in einem Appartement mit einer sehr kleinen Küche mit nur zwei Kochplatten (auf denen mangels Platz normalerweise die Espressomaschine steht;-) wohne, kam ich irgendwann auf die Idee, dass ein kleiner Reiskocher für mich nützlich sein könnte. Er ist es. Wenn man sich an die Dosierungsempfehlungen in der Bedienungsanleitung hält, wird der Reis perfekt. Lediglich beim Benutzen der Warmhaltefunktion kann es passieren, dass der Reis am leicht am Topfboden pappt (dank Teflon nicht so heftig wie in einem Edelstahltopf) und etwas braun, jedoch nicht ungenießbar wird. Mein Fazit: Nachdem der Kocher vom Kochen auf die Warmhaltefunktion umschaltet, einfach abschalten. Man kann den Reis ja auch in der Mikrowelle aufwärmen.
Tipp: Eine gehackte Knoblauchzehe und eine Prise Curcuma zum Reis geben. Gibt einen interessanten Geschmack und das Curcuma eine schöne Farbe. (Das Auge isst bekanntlich mit.) Eine fein gehackte Zwiebel kann man immer mitkochen. Ist gesund und gibt ein schönes Aroma. Ebenso kann man Paprika oder anderes Gemüse mitkochen. Man kann das Gemüse auch in der Mitte des Garzeitraums dazu tun, wenn man es lieber knackig mag. Ein Umrühren ist - mit oder ohne Gemüse - übrigens nicht erforderlich, der Reis ist auch so gleichmäßig gar und oben auf liegendes Gemüse gart durch den Dampf. Ob man noch etwas Sojasoße oder Olivenöl dazu gibt, ist Geschmackssache. Prinzipiell lassen sich mit dem Reiskocher völlig fettfreie, leckere Reisgerichte zaubern, die satt machen ohne dick zu machen. Probieren Sie mal, eine Handvoll Rosinen/Sultaninen mitzukochen. Klingt komisch, passt aber zu den meisten Reisgerichten.
Übrigens: Wenn man Gemüse mitkocht, muss nicht mehr Wasser, als in der Tabelle angegeben, hinzugegeben werden! Gemüse enthält ja selbst Wasser und gart bereits oben aufliegend durch Hitze und Dampf.
Der Topfeinsatz mit dem gekochten Reis passt samt Deckel problemlos in ein Standard-Kühlschrankfach. Der mitgelieferte Löffel passt bei geschlossenem Deckel mit in den Topf, ohne dass der Löffelstiel in den Reis sinkt - da haben die Produktdesigner mitgedacht! :-) Praktisch ist auch, dass der Topf mit beliebigen Mengen von klein (ein Messbecher Reis) bis groß (vier Messbecher) gleich gute Ergebnisse erzielt. Bei 5 Messbechern wird es eng, schreiben andere. Ich habe es nie getestet, glaube es aber.
Dank der Teflonbeschichtung ist übrigens auch der Abwasch ein Vergnügen: Kurz ausgespült, mit einem Schwamm mit einem Tropfen Spüli durchgewischt, nochmal ausgespült und das war's.
Tolles Preis-Leistungs-Verhältnis für ein außerordentlich praktisches und gut funktionierendes Küchengerät, das zwar kein Design-Highlight ist, aber dem Auge auch nicht weh tut. Ein Messbecher und ein Löffel aus Kunststoff, der das Teflon des Topfeinsatzes nicht zerkratzt, liegen dem Topf bei. Die Dosierungstabelle in der Bedienungsanleitung passt bei Basmati- und Jasminreis perfekt.
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Update nach inzwischen über zwei Jahren
Der Reiskocher funktioniert noch so gut wie am ersten Tag und das Teflon ist innen noch nicht ansatzweise zerkratzt (am Rand, der nicht mit dem Reis in Berührung kommt gibt es Kratzer -- wohl durch die Reibung an anderern Küchengeräten im Trockenständer), obwohl ich den Reiskocher wenigstens einmal wöchentlich benutze. Meist koche ich morgens eine oder zwei Portionen Reis (die zweite für den nächsten Tag) für die Mittagspause im Büro -- entweder vegetarisch mit im Reiskocher mitgegartem Gemüse (siehe oben) oder im Büro kommt Frikassee o.ä. aus dem Kühlregal dazu. Das schmeckt (mir) dank dem frisch gekochten Reis deutlich besser als die Mikrowellen-Fertigreisgerichte aus dem Supermarkt (egal ob die 400-g-Schalen oder tiefgefrorene Reisgerichte) und ist morgens im Halbschlaf problemlos machbar, denn wenn der Topf einmal arbeitet, muss man sich um nichts mehr kümmern.
Ich habe meiner Mutter übrigens den gleichen Reiskocher geschenkt und sie hat erst einmal geschimpft: "Der nimmt nur Platz weg und ist völlig überflüssig, denn Reis kann man genauso gut auf dem Herd kochen!" (Das dachte ich früher auch über Reiskocher, irrte aber.) Inzwischen mag sie ihn und kocht Reis ausschließlich damit, und als "Küchenchefin eines 2-Personen-Vegetarierhaushalts" hat sie einen hohen Reisverbrauch.