10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Subtiler Humor vom Feinsten, 8. März 2004
Von Ein Kunde
Wer Loriot mehr schätzt als Küblböck, wer Freude an feinsinnigem, subtilen Humor hat, der ist bei dieser höchst geistreichen Satire auf die akademische Musik-Szene und ihre "Stars" bestens versorgt. Und wenn dieses Buch sonst in den Amateur-Bewertungen nicht so gut abschneidet, liegt es wohl daran, daß dort genau der Derbhumor goutiert wird, von dem es so wunderbar frei ist. Kurzum: Für halbwegs differenzierte Menschen ein Hochgenuß!
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Gelungene Satiere auf einen großen Komponisten, 4. Mai 2005
Unglaubwürdig? Nein, ganz und gar nicht. Aber es ist letztlich nicht immer so, dass die Geschichten die das Leben schreibt abstruser erscheinen als jeder erfundene Roman?
Treichel muss es wissen. Immerhin hat er eng mit einem der größten Komponisten der Gegenwart als Liberettist zusammengearbeitet: Hans Werner Henze. Dieser hat ihm das Buch auch entsprechend übel genommen. Wenn man die autobiographischen Schriften und den Briefverkehr zwischen Henze und Ingeborg Bachmann gelesen hat, kann man sich lebhaft vorstellen, wie nahe Treichel an der Wahrheit schreibt.
Es ist eine Satire und in der Natur der Satire liegt die Zuspitzung. Dies ist Treichel sicher gelungen. Ich habe mich jedenfalls köstlich amüsiert und mir dabei bestens vorstellen können wie der alte Maestro (den ich sehr verehre) bei der Lektüre geschäumt hat. Götter mögen es nicht, wenn man über sie lacht.
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3.0 von 5 Sternen
Tristan mit der Luftgitarre, 19. Februar 2010
Ich bin in dieses Buch schnell reingekommen und habe es für meine Verhältnisse ziemlich zügig ausgelesen. Zum einen ist es sicher keine schwer verdauliche Lektüre, zum andern war mir Georg, aus dessen Perspektive erzählt wird, recht schnell vertraut wie ein Bruder, glaubwürdig getroffen als einer:
- dem Musik einiges bedeutet, der aber nur Blockflöte und Luftgitarre beherrscht und im Umgang mit "echten" Musikern schnell seine Grenzen erkennen muss,
- der ein Germanistikstudium abgeschlossen hat aber im späteren Leben wenig daraus machen kann außer vielleicht ein paar mittelmäßige Gedichte und Gelegenheitstexte schreiben,
- der in kleinbürgerlichen Verhältnissen "in der Provinz" aufgewachsen ist und in der "großen Welt" erfährt, dass die, die dort einen Namen haben, in einer ganz anderen Liga spielen,
- der intellektuell durchaus einiges drauf hat und Situationen analysieren kann, dennoch immer wieder in gesellschaftliche Fettnäpfchen tritt oder von seinem Gefühlsleben einen Streich gespielt bekommt.
Wer mit einem so skizzierten Typ gewisse Schnittmengen aufweist, wird ihn gern mit einem lachenden und einem weinenden Auge durch die Story begleiten und dem wird es auch mehr oder weniger egal sein, ob der Maestro nun ein Unsymp oder Exzentriker ist, ob der Autor hier eigenes Erleben mit einem realen Komponisten aufarbeitet oder nicht und der wird auch gnädig darüber hinwegsehen, dass Treichel andere Chancen seines Plots eher verschenkt, z.B. eine schlüssigere Darstellung der Figuren im Gefolge des Maestro oder eine eindringlichere Schilderung der drei Schauplätze (Schottland, New York und Sizilien), deren Mehrzahl ansonsten gar nicht vonnöten gewesen wäre.
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