Ein echter Klassiker der Weltliteratur, immer wieder neu erzählt und aufgelegt, dessen Inhalt man wohl eigentlich nicht mehr erzählen muß! Doch ganz kurz: In dieser Fassung von Gottfried von Straßburg finden wir - in schönem Mittelhochdeutsch - die tragische Liebesgeschichte von Tristan und Isolde. Diese dürfen einander nicht lieben - Isolde ist die Königin, Gemahlin des Königs Marke, und Tristan ist Markes Neffe, der Isolde als Braut aus Irland zu Marke nach Cornwall gebracht hat. Bei dieser Schiffsüberfahrt haben die zwei unwissentlich einen Liebestrank eingenommen und sind nun füreinander bestimmt und nur durch den Tod zu trennen. Durch heimliches Glück, große Leidenschaft und großes Leid führt das Schicksal die Liebenden in ein tragisches Ende. Kein anderer Roman hat Liebe und Leid zu fest zusammengeschweißt wie dieser...
Die Editionsgeschichte zu Gottfrieds "Tristan" ist erbärmlich, wenn man genau hinsieht: Es gibt keine aktuelle kritische Ausgabe von diesem Text. Der neueste kritische Apparat stammt von 1906 (!) von Marold; seine Edition hat einige Schwächen, welche von Ranke 1917 umfassend kritisiert worden sind. Dieser gab dann auch die bis heute wohl oder übel als maßgeblich ansehbare letzte Ausgabe heraus, und das war ja auch immerhin 1930... Weil Ranke seinen Lesartenapparat jedoch nie fertiggestellt hat, ist eine Kontrolle des von ihm editierten Textes unmöglich - das macht ihn angreifbar und zweifelhaft. Also kommt man doch wieder auf Marold zurück... ehe etwas besseres auf den Markt kommt. Wahrhaftig als trauriger "vorläufiger Behelf" muß auch Schröders neue Marold-Ausgabe (1969) angesehen werden, in die Rankes Kritik teilweise eingearbeitet wurde.
Kurz: Diese hier genannte Ausgabe ist sicherlich nicht die Bestmögliche, aber die beste, die es derzeit gibt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)