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Tristan da Cunha oder Die Hälfte der Erde [Gebundene Ausgabe]

Raoul Schrott
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

25. August 2003
Eine winzige Insel im Ozean als Brennpunkt der Sehnsucht von vier Menschen: drei Männer und eine Frau, deren Leben und Liebesgeschichten bestimmt werden von dem entlegensten Ort der Welt. Noomi Morholt, südafrikanische Wissenschaftlerin, Edwin Heron Dodgson, Priester und Bruder des berühmten Lewis Carroll; Christian Reval, Kartograph, und Mark Thompson, Briefmarkensammler: ein großer, vieldimensionaler Roman, eine zeitlose Geschichte unstillbarer Passionen und Obsessionen. Der Roman der Sehnsucht.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 720 Seiten
  • Verlag: Hanser (25. August 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446203559
  • ISBN-13: 978-3446203556
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 14,6 x 5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 567.080 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Tristan da Cunha ist eine Insel und eine recht kleine dazu. Sie liegt im Südatlantik, wurde vor knapp 500 Jahren entdeckt und nur einmal im Jahr wird sie von einem Postschiff angefahren. 300 Tage im Jahr ist dort das Wetter einfach schlecht. Trotzdem hat es der österreichische Autor Raoul Schrott geschafft, einen voluminösen und noch dazu spannenden Roman von über 700 Seiten über diesen verlorenen Flecken zu schreiben. Tristan da Cunha ist nämlich für Schrott nicht nur eine Insel, weit ab von allem anderen, sondern auch ein Ort der Sehnsucht, ein Fluchtpunkt vor dem Rest der Welt. Sein Hang zu abgelegenen Orten zeigte sich schon in seinem ersten Roman Finis Terrae oder in seiner Erzählung Die Wüste Lop Nor.

Die Bewohner der Insel sind eigentlich Engländer, doch durch ihre Abgeschlossenheit mussten sie ein ganz eigenes soziales Beziehungssystem entwickeln, lebten und leben gewissermaßen einen utopischen Gesellschaftsentwurf mit allen Brüchen und Widersprüchen in der Praxis. Für einen Schriftsteller wie Schrott ist so etwas natürlich ein ideales Versuchslaboratorium, um nicht nur die Geschichte der Insel und deren Bewohner, sondern eigentlich die Geschichte der Menschen, ihrer Träume und Sehnsüchte der letzten 500 Jahre zu erzählen.

Den Rahmen bildet die Geschichte von Noomi Morholt, einer Polarforscherin, die in ihrer einsamen Station im Eis eine Kiste öffnet, die verschiedene Dokumente und Bücher über Tristan da Cunha enthält. Darin finden sich die Aufzeichnungen des Funkers und Kartografen Christian Reval, die Forschungsberichte des Briefmarkenhändlers Mark Thomson und schließlich Briefe, die der anglikanische Priester Edwin Heron Dodgson, der auf Tristan da Cunha lebte, an seinen Bruder Lewis Carroll geschrieben hat. Schrott verflechtet und verknüpft nun überaus kunstvoll und geschickt diese vier gegensätzlichen Lebensläufe und schafft es dadurch die nötige Plastizität für sein ausuferndes Panorama zu erreichen.

Viel hat Raoul Schrott in seinen Roman gepackt und man versteht, dass die Recherche zu seinem Buch lange gedauert hat und sehr intensiv war. Man erfährt etwas über Nautik, das Nordlicht, Kirchengeschichte, die viktorianische Zeit, Postwesen, Funk, Philatelie, Vulkanologie, Botanik, Geophysik oder die Geschichte der Antarktis, um nur einige der Themen zu erwähnen. Ein Roman für den man sich Zeit nehmen muss, aber das gerne tut. --Tobias Hierl

Pressestimmen

"Der Roman "Tristan da Cunha oder die Hälfte der Erde" ist Weltliteratur. (...) Den Leser entlässt er mit der Gewissheit, dass heute auch in deutscher Sprache faszinierendes Erzählen möglich ist in einem großartigen Roman."
Franz Hass, Neue Zürcher Zeitung

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ein Buch das gemischte Gefühle hinterlassen hat 2. März 2007
Von Thomas Ferge VINE-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Ich bin hin- und hergerissen.
Tatsächlich befinde ich mich irgendwo in der Mitte zwischen Bewunderung für ein Buch, dass in aller epischen Breite völlig verschiedene Geschichten erzählt, deren Gemeinsamkeit zunächst nur die Insel Tristan da Cunha ist, und völligem Unverständnis den positiven und begeisterten Kritiken gegenüber.

Aber der Reihe nach:
In insgesamt 4 Handlungssträngen, deren erster eine Art Rahmenhandlung darstellt (Noomi Moorholt eine Wissenschaftlerin in der Antarktis findet eine Kiste mit Büchern und Aufzeichnungen, deren drei den Rest des Buches darstellen), erzählt der Autor in epischer Breite zum Einen die Geschichte der Insel selbst, zum Anderen schildert er die Lebensgeschichten von Menschen, deren Leben eng mit der Insel verknüpft ist.
Allen Geschichten gemein ist die Suche nach Liebe, die vor dem Bild der fernen und einsamen Insel als eine tiefe Sehnsucht geschildert wird. Da ist zum Einen Christian Reval, ein Landvermesser, den mit Tristan eine alte, tiefempfundene Liebe verbindet, die ihm zum Verhängnis wir, wir begegnen Edwin Heron Dodgson, der sich als Priester auf der Insel in eine tragische Liebschaft verstrickt sowie letztendlich Mark Thompson, der anhand seiner Briefmarkensammlung, die Geschichte der Insel wie auch seiner gescheiterten Liebesbeziehung schildert. Eingerahmt werden diese Geschichten durch Noomis Aufenthalt in der Antarktis, die ihrerseits Mailkontakt zu dem Brasilianer Rui aufnimmt, der gerade ein Buch über Tristan schreibt.
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27 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein ganz besonderes Buch 8. Februar 2004
Format:Gebundene Ausgabe
Ein ganz besonderes Buch mit ungewöhnlichem Aufbau: Mehrere Erzählebenen, die chronologisch in unterschiedliche Richtungen verlaufen. Örtlich und zeitlich treffen sie nie genau aufeinander, aber immer berühren sie sich. Hört sich kompliziert an? Vielleicht, aber man kann einfach so drauflos lesen. Die verschiedenen Erzählebenen erzeugen einen intensiven Spannungsbogen, zunehmende Neugier und das Bedürfnis die Zusammenhänge zu verstehen und zu ordnen.
Tristan da Cunha - eine Insel weit draußen mitten im Südatlantik, "der Nabel der Welt" (?). Auf dieser Insel laufen alle Erzählungen zusammen. Eine Insel mit einzigartiger Natur, Zufluchtsstätte und gleichzeitig ein trostloser Ort, den man fliehen möchte - vor allem aber isoliert von der übrigen Welt; kaum eine Stelle dieser Erde ist so abgelegen und auch heute noch so schwer erreichbar.
Wie eine Metapher erhebt sich dieser gleichmäßige Kegel, wolkenverhangen, aus den Fluten des unendlichen Ozeans. So handelt auch dieses Buch von Isolation und Alleinsein. Isolation einer (archaisch) kleinen Gruppe von Menschen auf beschränktem Raum, aufeinander angewiesen und fast autark. Und ganz persönliches Alleinsein, auf der Suche nach Erlösung und voller Sehnsucht und Begierde nach Marah. Eine Marah erscheint ganz merkwürdig in jeder Erzählebene, immer eine andere, und doch ähneln sich die Konstellationen.
Kann die Sehnsucht nach ihr die Isolierung aufbrechen oder bleibt die Liebe zu ihr unerfüllt, tragisch und selbstzerstörerisch? Die Antwort muss man schon selber erlesen; dann erfährt man auch ihre eigene Betroffenheit, denn die Rahmenhandlung wird von Noomi (=Marah) selbst erzählt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein unglaubliches Leseerlebnis 7. Januar 2013
Format:Taschenbuch
Es ist nun schon eine Weile her, dass ich dieses Buch gelesen habe, und in der Zwischenzeit sind mir einige andere gute bis hervorragende Bücher untergekommen, aber immer wieder komme ich auf "Tristan da Cunha" von Raoul Schrott zurück, nicht zuletzt durch meine aktuelle Lektüre von Schrotts neuem Roman "Das schweigende Kind" und seiner Gilgamesh-Neudichtung.

Es ist kein einfaches Buch, und man braucht schon ein wenig einen langen Atem, aber "langweilig" und "zum in die Ecke werfen", wie es einige Rezensenten hier nennen, ist es nun wirklich nicht. Im Gegenteil: Ich habe selten ein Buch erlebt, das mich sowohl in Inhalt als auch in Form so fasziniert und begeistert hat.

Über den Inhalt brauche ich keine Worte zu verlierendas haben meine Vorredner hier schon getan. Es genügt zu sagen, dass die Insel-Thematik, vor allem die einer solch eigenartigen Insel wie Tristan da Cunha, an sich schon faszinierend genug ist. Schrott aber zeichnet anhand der Geografie dieser Insel die Seelen-Geografie seiner Protagonisten nach, die zu verschiedenen Zeiten irgendwie mit dieser Insel verbunden sind, und erzählt damit poetische Psychogramme der Einsamkeit, der Sehnsucht. Besonders positiv fällt dabei auf, dass Schrott für jeden seiner Protagonisten, denen sich die einzelnen Teile des Buches jeweils widmen, einen eigenen Tonfall verwendet (irgendwo in einer Rezension las ich die treffende Bezeichnung "Stimmenimitator") und dabei doch immer er selbst bleibt.

Ja, das Buch ist eine Herausforderung, vielleicht auf den ersten Blick so schroff und abweisend wie die titelgebende Insel selbst.
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Die neuesten Kundenrezensionen
5.0 von 5 Sternen Respekt vor der Natur
Das Buch ist ja nicht mehr ganz neu, mir aber erst kürzlich untergekommen. Zunächst: Es gab in der Vergangenheit wenige Bücher, die mich derart gefesselt haben. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 19. Juli 2011 von Ohneschaum
1.0 von 5 Sternen Wortgewaltig.....
Ich interessiere mich seit langem für diese Insel und ihre Menschen, ich habe auch alles mögliche darüber gesammelt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 19. Oktober 2010 von B. Meyer
1.0 von 5 Sternen Das Telefonbuch von Tristan da Cunha ist sicher spannender!
Grau und öde wie die weiten des Atlantik zieht sich dieses Buch dahin, ein unendliches Baden in Selbstmitleid, das bei mir nicht nur Unwillen, sondern langanhaltenden Ekel... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 5. Februar 2007 von Caramelle
4.0 von 5 Sternen Ein Buch mit hohen Ansprüchen
Das Buch von Raoul Schrott ist aussergewöhnlich in vielerlei Hinsicht. Zunächst die Einteilung der Kapitel erscheint recht willkürlich zu sein, denn die einzelnen... Lesen Sie weiter...
Am 3. März 2006 veröffentlicht
1.0 von 5 Sternen Gute Idee, schlechte Schreibe
Die Idee, der Aufbau der Geschichten sind ja wirklich reizvoll. Zwar nicht eben einfach zu lesen, da alle Geschichten verschachtelt und in der Chronologie unterschiedlch... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 20. März 2004 von Françoise
3.0 von 5 Sternen Gute Ideen, aber nicht sehr mitreissend geschrieben
Das Buch ist sicher nicht jedermanns sache - ich selbst bin etwas schwankend und weiss nicht, ob mir das Buch "recht gut" oder "eher nicht" gefallen hat. Lesen Sie weiter...
Am 27. Januar 2004 veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Ein wunderbares Buch
Alles was man sich von einem grossen Roman wuenschen kann. Man braucht vier bis fuenf Tage, aber die Reise lohnt sich. Lesen Sie weiter...
Am 27. Dezember 2003 veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Wunderbar
Dieser Roman ist einfach wunderbar. Sprachlich sehr dicht, sodass man nicht vor Langeweile durch die Sätze hindurchfällt, konstruiert Raoul Schrott ein umfassendes Bild... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 11. November 2003 von Fellini
1.0 von 5 Sternen Vertane Zeit
Nach der Lektüre von Finis Terrae hätte ich es wissen sollen. Ein erneuter Versuch mit diesem Autor war eine weitere Enttäuschung. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 26. Oktober 2003 von Umberto
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