Für mich ist es wirklich verwunderlich, dass die Serie in Deutschland noch nicht so bekannt ist. Zuerst hab ich mal auf DMAX eingeschaltet und ich war sofort von dem bösen und zynischen Humor der Serie begeistert. Als ich dann mit Kumpels von mir weiter recherchiert habe, bin ich darauf gestoßen, dass die erste Staffel bald in Deutschland auf DVD erscheinen sollte. Diese hab ich mir nun bestellt und kann meine gewonnenen Eindrücke nun weitergeben.
Auch wenn sich die Serie im Weltraum abspielt, hat sie sich nicht gerade auf die Fahnen geschrieben ins Science-Fiction Genre zu gehören, was den Einstieg ungemein erleichtert. Die Hauptcharaktere sind so gestrickt, wie sie es unterschiedlicher nicht sein könnten. Der chauvinistische und geldgierige Kapitän des Raumschiffs Jupiter 42 namens Chode ist stets auf der Suche nach dem nächsten profitablen, meist aber zwielichtigen Job. Auf dieser Reise durch die Galaxie wird er von seiner mehr oder wenigen kompetenten, aber couragierten Crew unterstützt. Dabei ist zum Einen, was Chode natürlich in die Karten spielt, die Sex-Androidin "Six", die mehrere hunderte verschiedene Orgasmen und Stellungen simulieren kann und durch ein übermäßiges soziales Engagement überzeugen kann. Dieses will sie immer gerne auf den Rest der Crew übertragen, die aber oft von anderen moralischen Werten getrieben werden als die gute Seele des Schiffs. Ein weiteres nicht humanoides Wesen an Bord ist der leicht homosexuelle Roboter "Gus". Auch wenn er oft den Sticheleien seines Captains unterworfen ist, kann er stets durch seine überdurschnittliche Intelligenz bei Problemen weiterhelfen. Leider ist er seinem untentwegten Selbsthass unterworfen und ist häufig von sich selbst und den anderen Crewmitgliedern enttäuscht. Er erinnert stark an den Roboter "Marvin" aus "Per Anhalter durch die Galaxis", der auch zynisch und depressiv wirkt, aber seinen Job dann doch zufriedenstellend erfüllen kann. Dies ist nicht die einzige Anspielung auf Serien aus dem Science-Fiction Genre. Sowohl "Star Wars" und "Star Trek" aber auch zum Beispiel "Battlestar: Galactica" werden auf die Schippe genommen und bekommen auf eine sehr unterhaltsame Weise ihr Fett weg. Doch auch die anderen Crew-Mitglieder sollen nicht unerwähnt bleiben, denn jeder trägt seinen eigenen Charme zur Serie bei. Sehr amüsant ist auch die Kreatur, ein anderer Begriff wäre zu beschönigend, "T'Nuk". Außenstehende beschreiben sie stets als "ziemlich hässlich" - sie hat drei Brüste - was ihr auch direkt ins Gesicht gesagt wird. Das stört sie aber herzlich wenig, denn an Selbstvertrauen mangelt es ihr definitiv nicht. Ihre Aufgabe ist es das Schiff zu steuern, wovon sie sich aber gerne ablenken lässt. Auf den Reisen der Crew verliebt sie sich oft in verschiedene Personen, oder versucht sich mit einer Modelkarriere zu etablieren. In einer anderen Folge ist sie vom Teufel besessen, wodurch sie sich stets übergeben muss. "T'Nuk" kann jedoch sogar dem etwas Positives abgewinnen, da sie dadurch unglaublich viel abnimmt und eine schlanke Linie bekommt. Das jüngste Mitglied an Bord ist "Whip", der Neffe von Kapitän Chode. Mit seinem noch recht jugendlichen Charakterzügen strahlt er eine Unbekümmertheit aus, die sich auch auf seine Zuverlässigkeit auswirkt. Sobald er die Gelegenheit bekommt, feiert er auch gerne auf dem Schiff, was an Hauspartys aus den gängigen amerikanischen Teenie-Filmen erinnert. Der böse Gegenspieler in der Serie ist Darth Bobo, ein Clown, der es sich zum Ziel gesetzt, die Herrschaft des Universums an sich zu reißen.
Die Animationen sind definitiv nicht mit den hochkarätigen Hollywood-Blockbustern wie Ice Age, Shrek oder WALL-E zu vergleichen, doch für eine Serie sind sie sehr angemessen detailliert. Die Wesen in der Welt von Tripping the Rift sind stets individuell gestaltet und sind geprägt von außergewöhnlichen Merkmalen, wie z.B. die oben genannten drei Brüste, oder Rüssel und viele andere fantasievolle Erscheinungsbilder.
Die Serie will nicht bezwecken, unbedingt in die Science-Fiction Schublade gesteckt zu werden, sondern kann vor allem durch den derben Humor überzeugen, der sich durch jede Episode streckt. Die Gags sind sehr breit gefächert von kindischem Humor, über vulgäre Anspielungen bis hinzu politischen Unkorrektheiten. Leute die Serien wie South Park oder Drawn Together moralisch verkraften können, sind mit Tripping the Rift sehr gut aufgehoben.