Die Geschichte klingt kurz zusammegefaßt nach einem gängigen Klischee: junger Mann, das Produkt einer Vergewaltigung und geschlagen mit einer seit diesem unerfreulichen Ereignis fanatisch rachsüchtigen Mutter trifft eines Tages auf seinen unfreiwilligen Vater, wird auf dessen Schiff gefangengehalten und gerät mitten in eine äußerst gefährliche Situation.
Cherryh hat sehr viel mehr zu bieten als diese Ausgangsituation - vor allem extrem lebendige Charaktere (Tom, Marie, Christian, Austin und last but not least Capella und viele mehr), die sich nicht immer so verhalten, wie man es von ihnen erwartet. Und Cherryhs größte Stärke liegt für mich in den Dialogen, obwohl man sich auch nicht über einen Mangel an Action beklagen kann.
Das faszinierendste an dieser Geschichte für mich war das Konzept der Familienraumschiffe, dessen Vorbild wie ich vermute Heinleins "Citizen of the galaxy" ist.
"Tripoint" war meine erste Cherryh, deshalb war mir manches, was in dem Buch erwähnt wurde, nicht wirklich klar, aber das hat mich nicht weiter gestört. Trotzdem empfiehlt es sich vielleicht, vorher zumindest "Downbelow station" zu lesen. Oder nachher. Lesen sollte man es auf jeden Fall, und am besten gleich alles von Cherryh, aus diesem von ihr geschaffenen Universum, und allen anderen.
Ich arbeite daran. Momentan lese ich meine 14. Cherryh. "Tripoint" hat eine Lawine ins Rollen gebracht, die wohl erst zum Halt kommt, wenn ich sie alle gelesen habe.
PS: Unnötig zu erwähnen, daß ich die meisten auf Englisch gelesen haben bzw lesen werde, da sie auf Deutsch - wie so viele gute Bücher - leider OOP sind.