Was das ZDF da angerichtet hat, ist ihm gar nicht bewusst gewesen. Aber zu der Zeit, wo die meisten Haushalte in Deutschland nur 3 Programme hatten, wurden scheinbar hunderttausendfach Kinder und Jugendliche durch das Nachmittagsprogramm traumatisiert oder mindestens so nachhaltig fasziniert, dass eine ganze Generation, die in den 80ern die Kindheit verbrachte, selbst 20 Jahre später noch ins Schwärmen gerät.
Leider leider leider hatte die BBC nur die ersten beiden Bücher der Sci-Fi-Saga von John Christopher verfilmt. Die Unvollständigkeit der Geschichte bzw. das bittere und reichlich hoffnungslose Ende der 2. Staffel war dann scheinbar auch der Grund, dass die Serie nach den Achtzigern nie mehr im Fernsehen wiederholt wurde.
Dem Verlag ist der Hörspielfassung der Tripods tatsächlich gelungen, auf die hohen Ansprüche der Fans adäquat zu antworten: Die Rechte der Orginal-Fernsehmusik (tolles Intro), die Orginal-Soundeffekte wurden gesichert, die Bücher werden nicht großartig zusammengestutzt und der Sprecher ist überaus geeignet, die Geschichte spannungsvoll, aber nicht übertrieben zu erzählen, sogar den französischen Akzent von Beanpole kann er fließend einbauen und es entsteht nie der Eindruck, dass er das Buch selbst zum ersten Mal lesen würde (was im schlimmsten Fall zu Interpretationsfehlern, falscher Betonung etc. führen kann).
Verglichen mit dem, was als Bestseller-Hörbuch produziert wurde und wird und teilweise einschläfernd, billig oder fast lächerlich wirkt (z.B. etliche Stephen King-Hörbücher, die Dan Brown-Geschichtchen etc.), ist dieses Hörbuch erstklassig. Obwohl eine richtig fette Hörspielproduktion natürlich auch eine interessante Sache gewesen wäre.
Bereits für 2007 ist laut Internet Movie Database sogar eine Tripods-Verfilmung angekündigt, was vielversprechend, aber auch überraschend ist. Denn die Dreibeiner hatte ja zuletzt gewissermaßen Steven Spielberg auf der Kinoleinwand zum Leben erweckt, in seinem "Krieg der Welten"-Remake. Ob sich die Filmemacher genauso viel Zeit für den Stoff nehmen können, wie die Hörbuchmacher ist allerdings zu bezweifeln.
Einziger Minuspunkt: Die Betitelung von Teil 1 ist irreführend. Die Dreibeinigen Monster (die man im übrigen auch gerne weiterhin "Herrscher" hätte nennen können) sind nämlich nicht "auf Erdkurs", sondern schon seit Menschengedenken, jedenfalls jener mit bekappten Hirnen, anwesend. Das nachträglich geschriebene Prequel zur Trilogie erzählt von der Ankunft der Tripods, dieses Hörbuch und dessen Buchvorlage nicht.