Audio
Die zarten, lyrischen Reize von Alexander Zemlinskys Trio haben es dem Kölner Clementi-Trio besonders angetan: Überaus einfühlsam gestalten die amerikanische Pianistin Deborah Richards, der deutsche Cellist Manuel Gerstner und der israelische Geiger Daniel Spektor den melancholischen Charakter dieses ursprünglich als Klarinettentrio komponierten Werks. Äu- ßerst sensibel halten sie die Balance der Stimmen, aufmerksam stimmen sie Dynamik, Tempi und selbst Nuancen des Bogenstrichs und der Intonation auf- einander ab. Singt die Violine ihr klagendes Lied, antworten Klavier und Cello, schließen sich an, widersprechen, trösten. Es ist, als hätten die Mikrophone der Tontechniker leise, zarte Gespräche der Instrumente einge- fangen, die sie nun mit absoluter Detailtreue präsentieren. Absolut natür- lich klingen die Instrumente, wundervoll warm der Anschlag des Klaviers und die Streicher so intim wie ein Hauch am Ohr. Dasselbe gilt für Arnold Schönbergs "Verklärte Nacht" in der Trio-Bearbeitung von Schönbergs Freund Eduard Steuermann. Die programmusikalische Kammermusik vom Nachtspazier- gang, während dessen eine Frau ihrem Mann erklärt, daß sie von einem ande- ren ein Kind erwartet, gelang derart plastisch und unmittelbar, daß die Mitglieder des Verbands Deutscher Tonmeister ihrem Kollegen Klaus-D. Har- busch dafür 1987 den Goldenen "Bobby" verliehen. Diese Musik spiegelt Un- ruhe, Nervosität, Einverständnis, Nähe und Zärtlichkeit gleichermaßen wie Optimismus und Liebe. Sensibel läßt das Clementi-Trio mitfühlen, wie bang, aber auch freudig das Paar miteinander umgeht.
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Stereoplay
In stereoplay 3/87 ist die Tudor-Aufnahme von Zemlinskys genialem Trio in der Originalfassung für Klarinette, Violoncello und Klavier äußerst lobend besprochen. Das hervorragende Clementi-Trio wählte die Bearbeitung des Werks von Edward Steuermann, der die Klarinette durch eine Violine ersetzte. Damit büßt das Werk, trotz der unbestreitbaren Fähigkeiten der Ausführenden, etwas von seiner Ausdruckskraft ein.
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