Stand Kreta früher für Knossos, Minos und Minotaurus, so ist für mich seit Mai 2011 mit Jak Anatolis, dem von Klaus Eckardt geschaffenen Privatdetektiv aus Agia Galini, eine neue Verknüpfung geschaffen.
Es trifft zu: Ich habe ein Faible für Regional-Krimis", besonders dann, wenn ich Sie vor Ort lese. Und das habe ich mit den drei ersten Jak-Krimis getan. Inzwischen bin ich wieder in Deutschland, habe den vierten Fall Der Teufel aus den Weißen Bergen", gelesen und rezensiert und widme mich nun dem fünften Fall Triopetra - Feuer im Paradies". Hauptakteur ist wieder Jak Anatolis, gebürtiger Deutscher namens Jakob Ostmann, den es in den 1980er Jahren im Alter von 22 nach Kreta verschlagen hat. Jak ist ein Wanderer zwischen den Welten. Seine meist deutschen bzw. westlichen Lebensweisheiten hat er noch nicht verlernt, neue kretische Lebensgewohnheiten aber schon aufgesogen. Er genießt bei seinem Freund Stelios die viel gerühmte Philoxenia, die Gastfreundschaft, das ergänzende Tüpfelchen auf dem i" (das Stelios nicht bieten kann) ist die intime Beziehung zu Marika, die sich zwar auch (neben-) beruflich um männliche Touristen kümmert, aber eigentlich nur Jak liebt.
Mit dem fünften Fall ist Klaus Eckhardt wieder ein unterhaltsamer Krimi gelungen, der seine Spannung zwischen zwei Polen entwickelt, wie sie gegensätzlicher kaum sein könnten: dem unheiligen Tun einer fernöstlich anmutenden Sekte und dem Drama der traditionellen kretischen Blutrache.
Bei der Lösung der Fälle bleibt der aufmerksame Leser meist mit Jak auf Augenhöhe und darf am Ende ein wenig stolz auf sich sein, fast alle Fragen selbst beantwortet zu haben. Schade nur, dass man nicht zu Jaks obligatorischer Abschlussfeier eingeladen ist. Bei dieser Gelegenheit wäre dann vielleicht zu klären gewesen, weshalb der Koch Deutsch-Pole nicht aber Schweizer oder Franzose war, wenn ich so an Oktober 1994 oder Dezember 1995 denke....?
Was kann man noch erwähnen ohne zuviel zu verraten? Stelios darf seine weiche Seite zeigen, Jak trinkt wieder Raki (wenn auch keine Unmengen, um die abschließende Frage meiner letzten Rezension zu beantworten) und was wir ahnten, nein, wir wussten es eigentlich schon immer, es gibt gute und böse Polizisten.....
Bleibt am Schluss zu hoffen, dass uns Jak für weitere Fälle erhalten bleibt; ich bin zuversichtlich, denn Jak tut ja was für seine Gesundheit: er ist Nichtraucher!!!