Als ich die Tribute von Panem zum ersten Mal auf deutsch in der Hand hatte, habe ich sie nach der ersten Seite wieder weggelegt, weil es mich gestört hat, dass die Story im Präsens geschrieben ist. Auf englisch hat mich das hingegen nicht gestört und ich habe alle drei Bücher hintereinander weggelesen. Meine Meinung zu den Bücher ist aber ziemlich zwigespalten.
Über das erste Buch kann ich am wenigsten negatives berichten. Der Roman war spannend und dahinter steckt viel Gesellschaftskritik. Man kann sich gut in Katniss hinein versetzen und leidet mit ihr und Peeta gemeinsam bis zum Schluss. Ich finde zwar nicht, dass das Buch für Jugendliche unter 16 besonders geeignet ist, aber die Szenen sind nicht ganz so grausam, wie ich es mir anfangs ausgemalt hatte.
Vorsicht Spoiler.
Das zweite Buch hat mir persönlich fast noch besser gefallen, als das erste.
Man lernt die Hauptpersonen näher kennen und Katniss schließt neue Freundschaften. Finnick gehörte schnell zu meinen neuen Lieblingsdarstellern. Dennoch muss ich einigen der kritischen Stimmen recht geben, dass die Autorin es sich relativ leicht gemacht hat, indem sie Katniss ein zweites Mal in die Arena schickt. Dadurch ist Spannung, Tod und Aufregung vorprogrammiert. Vor allem der plötzliche Übergang hat mich gestört. Es ging alles so schnell. Zuerst plant Katniss noch fröhlich ihre Hochzeit und im nächsten Moment erfährt sie, dass sie zurück in die Arena muss. Und statt zu fliehen nimmt sie es hin und beschließt sich für Peeta zu opfern.
Und damit kommen wir zu Teil 3, den ich ganz und gar nicht gelungen fand. Zu viel Tod, zu viel Grausamkeit und zu viel Sinnlosigkeit. Jeder, der das Buch gelesen hat, wird wissen, was ich meine. Es sterben Personen, die man lieb gewonnen hat, und durch deren Tod Katniss Leben, aber auch die Geschehnisse aus Teil 1 und 2 ihren Sinn verlieren. Am Ende habe ich mich nur noch gefragt: Wozu das alles?
Hinzu kommt, dass das Hin und Her zwischen Gale und Peeta zu nerven beginnt. Es scheint ein neuer Trend zu sein, dass in jedem Teenieroman das Mädchen mindestens zwei tolle Typen zur Auswahl haben muss. Ich finde das unnötig. Gale ist zwar ein netter Charakter, aber die Story hätte sicherlich auch ohne ihn funktioniert. Auch ihr Verhalten Peeta gegenüber finde ich grausam und berechnend. In Teil 3 konnte ich Katniss Gefühle und Beweggründe nur noch sehr schlecht nachvollziehen und mochte ihren Charakter überhaupt nicht mehr.
Am Ende des Buches war ich ziemlich enttäuscht. Es muss ja nicht am Ende jeden Buches alles Friede Freude Eierkuchen sein. Aber ich hatte selten ein so schlechtes Gefühl im Magen, nachdem ich ein Buch weggelegt habe. Das Buch hat zwar so eine Art Happy end, strahlt aber anderseits so viel Hoffnungslosigkeit aus, dass es mich richtig traurig gemacht hat. Sicherlich ist das teilweise auch von der Autorin gewollt. Aber ich fand es trotzdem schade, weil mir die ersten Bücher so gut gefallen haben.
Alles in allem daher 3,5 Sterne für die gesamte Triologie. 5 für das erste. 4 für das zweite und 1 für das dritte.