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am 8. März 2005
Wer zählt heutzutage zu den größten Dramatikern der deutschen Sprache? Brecht ist tot, Frisch ist tot, Dürrenmatt ist tot - und mit ihnen starb das große neue Theater. Ist das Theater tot? Nein, vielleicht sind es nur die immer wieder ge- und zerspielten Stücke. Sie sind zu „Klassikern" geworden, werden in Schulen durchgekaut und von Theaterliebhabern hoch geschätzt - was vielleicht sogar das schlimmste von allem ist. Wo sind denn die neuen, lebendigen Texte?
Nun, einer von diesen ist vielleicht „Trilogie des Wiedersehens" von Botho Strauß. Strauß, 1944 geboren, arbeitete lange Zeit als Redakteur und Kritiker, bis er Dramaturg an der Schaubühne an der Seite von Peter Stein (bekannt durch Faust 1 + 2) wurde. Ab 1972 versuchte er sich als Dramatiker, doch erst mit „Trilogie des Wiedersehens" erlangte er allgemeine Anerkennung.
Die eigentliche Handlung ist dabei weniger Aufsehen erregend, wie auch bei den meisten späteren Stücken von Strauß. Eine Kunstausstellung mit dem Titel „Kapitalistischer Realismus" soll eröffnet werden. Ein paar Mitglieder des Kunstvereins kommen zu einer Vorbesichtigung. Sie diskutieren über die Bilder, kritisieren und kommen langsam ins Gespräch. Mit der Zeit bröckelt die Fassade jener pseudointellektuellen Bildungsbürger. Aus dem Gespräch über die Kunst, wird eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Menschsein und dem geschönten Erscheinungsbild, das jeder wahren will. Der Mensch als Ausstellungsstück.
Dabei karikiert Strauß die Menschen mit all ihren Eigenarten, mit ihren Freuden und Ängsten - mit „unseren" Freuden und Ängsten. Dabei bleibt er stets unterhaltend und liebenswürdig. Meine persönliche Lieblingspassage ist die, in der ein gewisser Richard jemand anderem erzählen will, worum es in dem Buch geht, das er gerade liest. Immer wieder stockt er, wirft Dinge durcheinander und rastet schließlich völlig aus, als er merkt, dass der andere ihm gar nicht zuhört. „Sie hätten mir ruhig mal eine Zwischenfrage stellen können - ein kleiner Einwurf, der ein wenig Interesse bezeugt ... ein kleines „Aha" oder „Wieso" oder „Sieh an" ... ein Fünkchen Beteiligung!" Schöner ist das Wesen und das Scheitern von Kommunikation nie beschrieben worden, wie in dieser Szene.
Fazit: Eine Perle des modernen Theaters, das Botho Strauß später nie wieder in dieser Qualität erreichte. Sprachlich brillant, in der Art Arthur Schnitzlers, nur mit einer guten Portion grotesken Humors. Eine Sektion des Menschseins. Wer jedoch eine großartige Handlung erwartet, dem sei eher abgeraten. Von Peter Stein stammt die Premierenfassung.
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