trigun ist eine mangareihe, die 16 bände umfasst. die ersten beiden sind unter "trigun", die weiteren 14 bände unter "trigun maximum" veröffentlicht worden.
in deutschland sind aber bislang nur 4 bände erschienen und der verlag macht seit jahren keine anstalten, die reihe fortzuführen. wer also die ganze geschichte lesen will, muss ab band vier auf die englische oder japanische version umsteigen.
die inhaltsangabe, die den manga in action/comedy einordnet, sowie die altersempfehlung ab 12, trifft nur auf die ersten bände zu. die geschichte wird nach und nach immer komplexer und auch gewaltlastiger, sodass spätestens ab band 6(trigun maximum 4) eine ab 16 einstufung gerechtfertigt wäre.
wer seichte, unterhaltsame comedy-action erwartet, wird von diesem manga überrascht sein: ähnlich wie der anime, macht die anfangs eher lustige geschichte eine kehrtwendung ins dramatische. sie erweist sich als verblüffend komplex, stellenweise sogar traurig, und die action-anteile und blutigen szenen nehmen im laufe der handlung immer mehr raum ein. die comedy-anteile(häufig im sd-stil), gibt es immer noch, allerdings ist der wechsel zwischen comedy und ernst manchmal sehr schnell und unerwartet und deshalb etwas gewöhnungbedürftig.
der zeichensstil des mangas insgesamt ist geschmackssache und ändert sich vom ersten bis zum letzten band merklich (immerhin hat der mangaka sich in den zehn jahren, in denen er die reihe gezeichnet hat, auch weiterentwickelt). mir hat er gefallen, nur den sd-stil bei lustigen szenen fand ich gewöhnungsbedürftig.
die story hat mich mitgerissen und immer wieder überrascht, sie war bis zum letzen band immer spannend und nicht vorhersehbar. die charakterisierung der hauptfiguren ist klasse. ich habe mit vash, der hauptfigur, mitgefiebert, gelacht, geweint, gelitten und mir gewünscht das er sein ziel erreicht, obwohl ich mich mit seinen moralischen grundsätzen überhaupt nicht identifizieren konnte.
einer der besten manga, die ich je gelesen habe: komplexer als erwartet, wunderbare charactere, eine mitreißende, actionreiche story, die trotzdem mehr moral und stoff zum nachdenken liefert, als man von einem manga erwarten würde. absolut empfehlenswert.
nun zum inhalt:
der revolverheld vash hinterlässt chaos, wo immer er auftaucht. deshalb ist auf ihn ein immenses kopfgeld ausgesetzt.das macht die sache aber nicht besser, da die kopfgeldjäger bei ihren versuchen, den ungeschickten revolverhelden umzubringen, noch mehr schaden verursachen als vash selbst.
eine versicherungsgesellschaft setzt zwei ihrer mitarbeiterinnen auf ihn an(milly und merril, die sehr zum comedy- element der reihe beitragen). diese finden ihn tatsächlich und sind verblüfft: der gefürchtete revolverheld entpuppt sich als tollpatschiger pazifist mit großem appetit, der keiner fliege etwas zuleide tut und das chaos, das er hinterlässst, eher versehentlich verursacht. die beiden frauen begleiten ihn fortan auf seiner reise und stellen bald fest, das vash ein geheimnis hat, das ihm schwer zu schaffen macht, und außerdem bei weitem nicht so ungeschickt und naiv ist, wie es den anschein hat...
im weiteren verlauf der geschichte treffen sie bald auf wolfwood(der zweite hauptcharacter der geschichte), einen priester, der verblüffend gut mit waffen umgehen kann. wolfwood ist -im gegensatz zu vash- der meinung, das man machmal töten muss, um zu überleben, während vash dies unter allen umstanden ablehnt. da die geschichte in einer art futuristischen western-welt spielt, in der das recht des stärkeren(bzw besser bewaffneten) gilt, ist wolfwoods lebenseinstellung deutlich vernünftiger als vashs. allerdings bezieht die geschichte einen großteil ihrer dramatik daraus, das vash auf geradezu rührende weise versucht, seinen idealen, niemanden umzubringen, auch in den absurdesten situationen treu zu bleiben. wolfwood und vash werden freunde. die dynamik dieser freundschaft, trotz oder gerade wegen der absolut unterschiedlichen moralischen grundsätze der beiden, trägt sehr zum reiz der geschichte bei.und natürlich hat auch wolfwood ein dunkles geheimnis, das ihn im laufe der geschichte in große gefahr bringt.
natürlich darf in einem comic der bösewicht nicht fehlen. allerdings ist auch der bösewicht, knives,nicht so böse, wie man es in einem comic erwarten würde. knives hat für sein ziel, die menschheit zu vernichten, triftige gründe. ich konnte übrigens der logik von knives eher folgen als der des helden vash. allerdings kann man einfach nicht anders, als auf vashs seite zu sein, wenn er verzweifelt versucht, die menschen zu beschützen, obwohl diese das - nicht nur knives'meinung nach- selten verdient haben und es vash noch seltener danken.