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Produktinformation
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Imponierend bekräftigen die Erzählungen ihrer jüngsten Sammlung'Tricks'Alice Munros geradezu legendären Ruf als Meisterin der subtilen Erkundung weiblicher Seelenregungen. Dabei erweist sich die besondere Subtilität der Autorin vor allem bei der Annäherung an den geheimen, unerschließbaren Wesenskern ihrer Figuren, jenen rätselhaft-dunklen Bereich, wo Selbstbetrug und Lebenslügen, gefährliche Illusionen und Tricksereien ihren Ausgang nehmen und wo all jenes seinen Grund in uns hat, das stärker ist als der eigene Wille.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
28 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine geniale Geschichtenerzählerin,
Von Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (HALL OF FAME REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Tricks: Acht Erzählungen (Gebundene Ausgabe)
Dies ist das nach Himmel und Hölle nun der elfte Erzählband, der 1932 geborenen kanadischen Autorin. Sehr viele ihrer Kollegen halten sie für die beste nordamerikanische Schriftstellerin. Bei uns wird sie kaum gelesen. So ist und bleibt sie immer noch der absolute Geheimtipp. Den Fischer Verlag muss man loben, weil er trotzdem viel Geld für die Lizenzen gezahlt hat, sehr viel Geld auch für eine hervorragende Übersetzung. Diese Erzählerin ist eine echte Entdeckung. Die Geschichten die sie erzählt sind sehr komplex, voll mit kleinsten Details, die aber im Leben der beschrieben Personen Entscheidendes bewirken können. Die Erzählerin ist eine wahre Connaiseuse ihrer Umwelt.Sie lebt in einem kleinen Kaff in Ontario, hat ihr gesamtes Personal, für alle ihre Geschichten, aus diesem kleinen Dorf bezogen. Es sind Menschen, vornehmlich Frauen und Mädchen, die keine großartigen Karrieren machen, die kleine, unscheinbare Leben leben. Auch in ihrem neuen Buch Tricks ist in den acht Erzählungen viel von Wunden, Tod, Bedrohung, Sehnsucht und Leid die Rede. Wenig endet glücklich. Die Erzählerin betrachtet die menschlichen Unzulänglichkeiten mit kritischem Auge. Eigentlich haben die Geschichten kein gemeinsames Dach, kein gemeinsames Thema, keinen Plot den man neunzig Minuten erzählen kann aber sie sind durch die Art, wie sie erzählt werden miteinander verbunden. Alice Munro beobachtet dabei sehr gekonnt die ehelichen Gefühlshaushalte. Und was mich so unendlich fasziniert ist, dass diese kleinen Leben eine unglaubliche Größe entwickeln. Es sind Geschichten die man immer wieder lesen kann, sie sind endlos in ihrem Reichtum durch ihre vielseitigen Verästelungen. Diese Geschichten sind schon sehr raffiniert ausgerollt. Es gibt überhaupt keine psychologischen Kommentare von Alice Munro zur Person. Die Personen werden quasi nur durch Handlungen und Entscheidungen charakterisiert. Es wird nicht erklärt, es wird simpel konstatiert. Sie erzählt einfach in ein Leben hinein, man weiß zunächst gar nicht wo die Reise hingeht. Sie hält die bedeutenden Dinge bewusst klein. Und wenn man nach der Lektüre von einigen Seiten denkt, das war die Geschichte, dann plötzlich kommt eine Wendung und diese Wendung erfolgt dann auch noch aus der Logik heraus. Sie schreibt so, wie sich uns eine russische Puppe darstellt. Immer erscheint wieder einen neue Puppe, immer wieder tut sich bei der Autorin eine neue Geschichte auf, die viele unterschiedliche Facetten und Schichten entwickeln. Und irgendwie, obwohl es immer wieder niederschlagende, tragische, melancholische Erzählungen verheirateter Menschen sind, die ihre Geheimnisse doch in irgendeiner Form bewahren, am Ende erscheint alles wie ein Loblied auf die Ehe. Alice Munro ist eine Dialogschreiberin, denn viele ihrer Texte bestehen aus wörtlicher Rede, und sie macht es großartig geschickt, dass die Grenze zwischen dem, was sie sagt und dem, was die Personen ihrer Geschichten sagen, gleitend ist. In ihren Geschichten zeigt sie, im psychologischen, ohne zu erklären, die Psychologie. Ihre Geschichten sind raffiniert konstruiert. Diese Erzählerin kann derartig rasant erzählen, das geschieht mit einer Meisterschaft, die hinreißend und zugleich zu tiefst irritierend ist. Ich empfehle dieses Buch mit Nachdruck und Leidenschaft aus vielen Gründen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Virtuose Erzählungen,
Von
Rezension bezieht sich auf: Tricks: Acht Erzählungen (Gebundene Ausgabe)
Die unübertreffliche Alice Munro schafft es auch in diesen acht virtuosen Erzählungen, aus dem einfachen tägliche Leben etwas Besonderes zu machen. Es geht um Macht und Vertrauensbrüche in der Liebe, um verlorene Kinder und verlorene Chancen. Was diese Geschichten, die teilweise im New Yorker erschienen sind, so fesselnd und kraftvoll macht, sind der subtile Schmerz und die Verzweiflung unter der fast friedlichen Oberfläche aus Selbstbetrug, Illusionen und Getrickse. Die Charaktere kämpfen um Anerkennung und flüchtige, freundliche Gesten in ihren Beziehungen, die stärker sind, als der eigene Wille. Man weiß nie, wo Munros Geschichten hin führen nur, dass man hinterher klüger ist.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Bis an den Rand,
Rezension bezieht sich auf: Tricks. Acht Erzählungen (Taschenbuch)
Wo andere Schriftsteller Erzählungen bis auf wenige Seiten kürzen, testet Alice Munro ihre Geschichten bis an die Grenze zur Novelle, zum Roman hin aus. In ihnen fasst sie ganze Leben in Abschnitte zusammen, wechselt die Perspektiven und behält doch eines im Blick: Das Schicksal. Dies mag ein altmodischer Begriff sein, doch in Tricks folgt sie den feinfühligen Windungen von Ehen, Aufbrüchen und ungewolltem Scheitern. Was sich auf dem Papier anfühlt, als stände das Glück kurz bevor, erweist sich im Alltag als nicht lebensfähig: Lügen wie Betrug erwachsen dem Nichts, fußen fast immer in Verblendung, Verklärung, dem Versuch, einem Leben zu entfliehen. Eine Tochter fühlt sich in 'Verfehlungen' angesichts des Dauerstreits ihrer Eltern adoptiert, bis das schreckliche Geheimnis in Gestalt von Delphine, der Beinah-Mutter, aufkreuzt, die hellseherischen Kräfte von Tessa in 'Kräfte' bringen sie an der Seite eines Geschäfte witternden Mannes direkt in die Anstalt, wo sie ausgerechnet ihre Freundin Nancy ausfindig macht, die die beiden zusammengebracht hat, oder in 'Leidenschaft' endete ein flackernde Liebe in einem Unfall und der Erkenntnis, dass eine Frau den Bruder besser nicht heiraten sollte. Allesamt brüchige, fragile Geschichten, auf ein Mindestmaß reduziert, was ihren besonderen Reiz ausmacht, da der Leser mehr hinter den Erzählungen entdeckt, als Alice Munro preisgeben will. Ganz wie das Titelbild verspricht. Geschichten von Frauen, die ihren Schatten berühren.
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