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Die Tribute an Miles Davis häufen sich, wobei vor allem Keith Jarrett mit Bye Bye Blackbird (ECM/PV 513 074-2) und Joe Henderson mit So Near So Far (Verve/PV 517 674-2) Meisterwerke vorlegten. Aller guten Dinge sind drei, und so folgen die Mitglieder von Miles bedeutendster Band, Pianist Herbie Hancock, Saxophonist Wayne Shorter, Bassist Ron Carter und Schlagzeuger Tony Williams, mit ihrem Tribut. Als "V.S.O.P. Quintet" hatten sie mit wechselnden Trompetern ständig Kontakt gehalten; nun fiel Wallace Roney diese Miles-Ersatzrolle zu. Der 33jährige versuchte gar nicht erst, den Meister zu imitieren, denn er hat nicht dessen nahezu vibratofreien, kühlen und doch melancholischen Ton und baut zudem seine Improvisationen wesentlich weiträumiger und tonreicher auf. Die Miles-Veteranen verzichten auf Anklänge an die mindestens 25 Jahre alten Arrangements. Virtuoser trumpfen sie auf, brillieren mit Top-Technik und lassen dennoch spüren, daß sie trotz aller Fusion-Produktionen nichts von ihrem alten Jazz-Feeling verloren haben. Dabei beherzigen sie die vor allem für den elektrischen Miles wichtig gewordene Forderung nach Zwischenräumen für ihre Soli.
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