Aus Finnland kommend, erreicht uns dieser Tage das aktuelle Album der 1994 gegründeten MALPRACTICE. Andere Alben dieser Band sind mir nicht bekannt, so steige ich jungfräulich in die Musik der Finnen ein. Diese lassen sich nicht lumpen, und begrüßen den Hörer mit "Maze Of Inequity" schon mal sehr progressiv. Power-Metal als Basis, dazu 'ne ordentliche Portion progressiven und melodischen Metals, Thrash Elemente, das in etwa ergibt die Musik von MALPRACTICE. Sänger Aleksi Parviainen sorgt mit seiner variabel einsetzbaren Stimme für den Feinschliff. In der Regel singt er mit klarer Stimme, doch zum Beispiel bei "Deception" lässt er es ordentlich qualmen. Aleksi ist der Neue im Bunde, er löste den langjährigen Sänger Mika Uronen am Mikro ab. Gitarrist Joonas Koto begeistert mit seinem Spiel, starke Riffs, tolle Soli, stets songdienlich, ohne Ansatz mal in Frickel-Eskapaden abzugleiten. Was auch gefällt, ist das Fehlen des Keyboards. Ja, es geht auch ohne. Vielleicht in einer sängerlosen Zeit entstanden, befindet sich auf der Scheibe auch ein 8 minütiges Instrumental, mit dem die Instrumenten-Fraktion ihr Können unter Beweis stellt. Nachdem das überstanden ist, wird es mit "Waves" kurz dramatisch (atmosphärischer Song, Druck auf Tränendrüse), um dann schließlich mit "Fragments" die epische Axt rotieren zu lassen. Das knapp 11 Minuten dauernde Stück kann jedoch nicht ganz überzeugen, etwas gestraffter im Aufbau, wäre das Stück zugänglicher gewesen. Triangular ist ein gutes Power-Prog-Werk, bei dem man als Fan dieser Genre bestimmt keinen Fehler macht. Auch wenn die Platte zum Ende hin nicht mehr ganz mein Gefallen findet, bietet sie doch viele gute Songs, die zum Hören einladen.