Biographie der Mitwirkenden
Musikalisch bedient sich die Band traditionellen Elementen englischer/amerikanischer Beat-Musik und erinnert so immer wieder an den rebellischen Sixties-Sound der Yardbirds und der Small Faces, hat sich aber auch hörbar vom Garagenrock-Klassiker Count Five beeinflussen lassen. Wenn Kindfrau Anna mit ihrem liebenswert-grossmäuligen Hohenschönhauser Rotzröhrencharme der Welt den verbalen Stinkefinger zeigt, liegt der reizvolle Kontrast nicht nur in ihrer unschuldigen Mireille Mathieu-Optik, die sie so ganz und gar nicht unschuldig mit einer fetten Portion Punk-Attitüde am Mikro verbindet, sondern auch an dem mädchenhaften Timbre ihrer Stimme, mit der Anna in tiefstem Berliner Slang ihren Zuhörern hauptstädtische(n) Lebenslust- und -frust um die Ohren haut.
Denn wer "Panda" hört, der kann sich einem nicht verschliessen: dem Leben in Berlin. Das liegt nicht nur an Annas gepflegten Berliner Schnauze, die jedem Urberliner Busfahrer zur Ehre gereichen würde, sondern vor allem an ihren zornig-zärtlichen Hassliebe-Texten über den grauen Hauptstadtmoloch, die durch ihren pointierten Wortwitz nicht nur Echt-Berlinern ein fettes Grinsen aufs Gesicht zaubern. Mal kotzt das Fräulein Fischer wie in ihrer Schleudertrauma gefährdenden Debut-Single "Jeht kacken" herzerfrischend ab über das Meer von miesgelaunten Fratzen, das einem tagtäglich den Weg durch den Berliner Asphaltdschungel versüsst ("ejal, was ich mach, ihr seid eh jemein! Wozu dann noch freundlich sein!?"). Mal erklärt sie in der bittersüssen Ballade "Berlin" der Haupstadt ihre ambivalente Liebe ("ick kann dir nich hassen, bist ma viel zu dolle ans Herz jewachsen. Kenn dich schon so jut, dass es langsam weh tut.") oder lästert in der punkigen Nummer "Frauen und Männer" herrlich ehrlich über Jungs, die für Spaghetti und Rotwein von ihrer Freundin den Michelin-Preis erwarten und futterneidische Mädchen, die in Gegenwart anderer Damen sowieso keinen Bissen runterkriegen ("Frauen und Männer, Männer und Frauen - ick hab zu beeden keen Vertrauen!"). Doch auch wenn in keinem der "Panda"-Songs der Himmel über Berlin einfach "nur" blau ist und Sängerin Anna ihre rauhe Mädchenstimme mit Vorliebe zum Zwecke der musikalischen Beschwerde verwendet, ist allen Songs doch zugleich noch ein weiteres Merkmal gemeinsam: die ganz, ganz große Liebe zu "Mutti" Berlin ("Ick lieb dir trotzdem, ejal was du mach..."). Und weil Liebe selten so "jut" klingt, müssen Berlins Müllmänner wohl auch in Zukunft weiterhin ohne Anna hinten aufm Trittbrett durch die Stadt kreuzen. Es sei denn, da wäre noch Platz für vier weitere Jungs. Denn Anna ohne "Panda" oder "Panda" ohne Anna - dit jeht jar nüsch!