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Trennung, Scheidung, Unterhalt - für Männer [Broschiert]

Jochem Schausten
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Jochem Schausten arbeitet als selbstständiger Rechtsanwalt in Krefeld. Seit mehreren Jahren liegt sein Tätigkeitsschwerpunkt im Bereich des Scheidungs- und Unterhaltsrechts. Daneben hält er als Referent Vorträge zu den Themen Trennung, Scheidung, Unterhalt sowie Vermögensauseinandersetzung.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Was Getrenntleben bedeutet, hat der Gesetzgeber in § 1567 BGB selbst definiert: Die Ehegatten leben getrennt, wenn zwischen ihnen keine häusliche Gemeinschaft besteht und ein Ehegatte sie erkennbar nicht herstellen will, weil er die eheliche Lebensgemeinschaft ablehnt. Es müssen also zwei Aspekte zusammenkommen: zum einen die Trennung der häuslichen Gemeinschaft, zum anderen die Absicht mindestens eines Ehegatten, nicht mehr in der ehelichen Lebensgemeinschaft leben zu wollen. WIE FUNKTIONIERT DAS GETRENNTLEBEN? Die Trennung der häuslichen Gemeinschaft kann entweder durch den Auszug eines Ehegatten aus der Ehewohnung oder durch Getrenntleben innerhalb der Ehewohnung erfolgen. In jedem Fall müssen Sie und Ihre Frau in allen Lebensbereichen die Gemeinsamkeiten aufgeben. Wenn einer von Ihnen auszieht, ist diese Voraussetzung nicht schwierig zu erfüllen. Soll das Getrenntleben allerdings innerhalb der Ehewohnung erfolgen, so genügt es nicht, wenn Sie und Ihre Frau getrennt schlafen und essen. Vielmehr dürfen Sie beide keinerlei gegenseitige Verrichtungen mehr füreinander vornehmen. Dies bedeutet, dass keiner mehr für den anderen einkaufen, waschen, bügeln, putzen, kochen oder Ähnliches darf. Wenn Sie bisher für Ihre Ehefrau zum Beispiel immer Behördengänge erledigt haben, sollten Sie dies künftig unterlassen. Ganz ausnahmsweise dürfen Sie und Ihre Frau manche Dinge gemeinsam machen, wenn dies im Interesse gemeinsamer Kinder erforderlich ist und Sie sich auf sachliche Kontakte beschränken. So gilt es vom Gesetz her als unschädlich für die Trennung, wenn Sie und Ihre Frau sonntags gemeinsam mit den Kindern zu Mittag essen. Die Trennung innerhalb der Ehewohnung muss auch räumlich erfolgen. So weit dies möglich ist, müssen einzelne Räume jeweils einem von Ihnen zur alleinigen Nutzung zugewiesen werden. Bei lediglich einmal vorhandenen Räumen wie Bad oder Toilette müssen Sie die Benutzung zeitlich aufteilen. Um die Trennung auch nach außen deutlich zu machen, sollten Sie zudem das ggf. vorhandene gemeinsame Konto auflösen und ein eigenes Konto einrichten, über das nur Sie allein die Verfügungsgewalt haben. ACHTUNG: WIDERRUFEN SIE IHREN DISPOSITIONSKREDIT BEI DER BANK! Hat die Bank Ihnen einen Dispositionskredit eingeräumt und ist dieser nicht völlig ausgereizt, reden Sie mit dem zuständigen Sachbearbeiter bei Ihrer Bank, dass dieser Dispositionskredit widerrufen wird. Leider passiert es immer wieder, dass Ehegatten nach der Trennung das Konto leerräumen. Damit dadurch nicht noch neue Schulden entstehen, ist es wichtig, dass zumindest die Möglichkeit, das Konto zu überziehen, beseitigt wird. Nicht jede Aufhebung der häuslichen Gemeinschaft stellt zugleich eine Trennung im Sinne des § 1567 BGB dar. Befindet sich der Ehemann beispielsweise zur Verbüßung einer Haftstrafe in einer Justizvollzugsanstalt, so lebt er nur dann von seiner Ehefrau getrennt, wenn diese ihm mitteilt, dass sie die Absicht hat, sich von ihm scheiden zu lassen. Gleiches gilt in solchen Fällen, wenn die Ehegatten aus beruflichen Gründen zwei verschiedene Wohnsitze haben. In der Phase des Getrenntlebens reicht es nicht aus, die häusliche Gemeinschaft aufzuheben. Mindestens einer der Ehegatten muss außerdem deutlich bekunden, dass er sich vom anderen Ehegatten scheiden lassen will. Dieser Trennungswille muss nach außen erkennbar in Erscheinung treten, was insbesondere dann wichtig ist, wenn die räumliche Trennung zunächst aus anderen Gründen erfolgt ist. Es empfiehlt sich immer, insbesondere wenn die Trennung innerhalb der Ehewohnung erfolgen soll, Ihrer Frau schriftlich mitzuteilen, dass Sie ab sofort in der Absicht, sich von ihr scheiden lassen zu wollen, von ihr getrennt leben möchten. Am besten lassen Sie sich, wenn Sie Ihrer Frau einen solchen Brief schreiben, den Erhalt von ihr schriftlich bestätigen. So sind Sie auch bei einer Trennung innerhalb der Ehewohnung in der Lage nachzuweisen, seit wann Sie getrennt voneinander leben. Auf der beiliegenden CD-ROM finden Sie je einen Musterbrief für eine Trennung ohne Auszug sowie eine Trennung mit Auszug. BEISPIEL: KANN DIE TRENNUNGSZEIT UNTERBROCHEN WERDEN? Die Eheleute Müller leben seit mehreren Monaten in zwei Wohnungen getrennt voneinander. Bei der letzten Aussprache haben sie sich geeinigt, noch einmal zu versuchen, ob ihre Ehe nicht vielleicht doch zu retten ist. Herr Müller zieht zurück in die Ehewohnung. Seine eigene Wohnung behält er aber vorsorglich. Nachdem die Eheleute Müller drei Wochen zusammengelebt haben, müssen sie feststellen, dass sie nicht mehr miteinander auskommen. Das Beispiel wirft die Frage auf, ob ein Zusammenleben der Eheleute über kürzere Zeit den Lauf der Trennungsfrist unterbricht. Dies ist dann nicht der Fall, wenn dieses Zusammenleben über einen kürzeren Zeitraum der Versöhnung der Eheleute dienen sollte. Das Zusammenleben sollte aber nicht allzu lange ausgedehnt werden. Von den Gerichten ist entschieden, dass ein Zusammenleben über drei oder gar vier Monate hinaus nicht mehr als kurz angesehen wird. Sie können allerdings wohl noch einmal mit Ihrer Ehefrau in Urlaub fahren. Ein solcher Urlaub unterbricht nach Ansicht der Gerichte die Trennungszeit nicht. Hat dagegen eine Versöhnung stattgefunden, haben Sie und Ihre Frau also nach einer bereits erfolgten Trennung wieder in häuslicher Gemeinschaft gelebt, und trennen Sie sich nun erneut, dann beginnt die Frist von neuem zu laufen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass derjenige, der sich der Scheidung aktuell widersetzen will, die Beweislast dafür trägt, dass zwischenzeitlich tatsächlich eine Aussöhnung stattgefunden hatte. KANN MICH MEINE FRAU ZUM AUSZUG ZWINGEN? Während der Zeit des Getrenntlebens wird diese Frage gemäß § 1361 b Abs. 1 BGB so beantwortet: Leben die Ehegatten getrennt oder will einer von ihnen getrennt leben, so kann ein Ehegatte verlangen, dass ihm der andere die Ehewohnung oder einen Teil zur alleinigen Nutzung überlässt, soweit dies notwendig ist, um eine unbillige Härte zu vermeiden. Steht einem Ehegatten allein oder gemeinsam mit einem Dritten das Eigentum, das Erbbaurecht oder der Nießbrauch an dem Grundstück zu, auf dem sich die Ehewohnung befindet, so ist dies besonders zu berücksichtigen. Entsprechendes gilt für das Wohnungseigentum, für das Dauerwohnrecht und für das dingliche Wohnrecht. Der Paragraph legt also fest, dass während der Zeit des Getrenntlebens die Ehewohnung nur dann aufgeteilt oder einem Ehegatten zugewiesen werden kann, wenn das notwendig ist, um eine unbillige Härte zu vermeiden. Der Gesetzgeber hat die Schwelle hierfür bewusst hoch gesetzt. Damit wird deutlich, dass bloße Unannehmlichkeiten, wie sie bei jeder Scheidung und Trennung auftreten, nicht ausreichen, um während der Zeit des Getrenntlebens die Ehewohnung einem der Ehegatten zuzuweisen. Die leider immer wieder auftretenden Sticheleien und Beleidigungen sich trennender Paare begründen unter keinen Umständen eine schwere Härte. Andererseits bedarf es jedoch auch nicht der unmittelbaren Gefahr für Leib und Leben eines der Ehegatten, damit diesem die Ehewohnung zugewiesen werden kann. Eine unbillige Härte kann schon dann gegeben sein, wenn das Wohl von im Haushalt lebenden Kindern beeinträchtigt ist. ACHTUNG: STRAFTATEN BEGRÜNDEN EINE UNBILLIGE HÄRTE Eine unbillige Härte im Sinne des § 1361 b Abs. 1 BGB ist nach der bisher veröffentlichten Rechtsprechung auf jeden Fall gegeben, wenn sich einer der Ehegatten Straftaten gegen ein Familienmitglied zu Schulden kommen lässt. Das trifft zum Beispiel dann zu, wenn der Ehemann seine Ehefrau oder die Kinder körperlich misshandelt oder seine Ehefrau und die Kinder mit solchen Straftaten regelmäßig bedroht. Lässt einer der Ehegatten die Ehewohnung verkommen, indem er nicht mehr aufräumt oder sie gar absichtlich verschmutzt, oder randaliert einer der Eheleute ständig zu solchen Zeiten, wenn die anderen Familienmitglieder schlafen wollen, kann die Ehewohnung dem anderen Ehegatten zugewiesen werden. Gleiches gilt,...
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