Trennung ist ein grenzüberschreitender Film. In mehrfacher Hinsicht. Anhand einer Adoptionsgeschichte führt er uns mitten hinein in den täglichen Wahnsinn und politischen Irrsinn im Gaza Streifen. Kann man darüber einen (Spiel-) Film machen? Man kann! Amos Gitai ist ein Experte auf dem Gebiet des Mittleren Ostens, mehr als 40 Spiel- und Dokumentarfilme zu dem Thema hat er bereits gemacht. Kein Wunder also, dass er für Trennung die große" Juliette Binoche gewinnen konnte als wunderbar durchscheinende, aber auch kämpfende Ana.
Ana überwindet Grenzen, die zwischen Ländern, die sie gemeinsam mit ihrem Stiefbruder Uli auf ihrer Suche nach ihrer Tochter Dana, überqueren muss. Aber auch zwischen den Menschen gilt es Grenzen zu überwinden, das macht uns der Film überdeutlich klar. Ana wird Zeugin der militärischen Räumung von israelischen Siedlern im Gaza Streifen. Unmittelbar und mit großer Wucht erfahren wir von den menschlichen Tragödien, die diese Räumung mit sich bringt - und leitet uns geschickt zu der Frage, ob es jemals möglich sein wird, diese Grenzen, die zwischen Menschen und ihren Glaubenrichtungen, einzureißen.
Trennung wurde auf den Filmfestspielen in Venedig 2007 mit dem Roberto Rosselini Award ausgezeichnet - den hat er sich verdient! Ein sehenswerter, kluger Film, der niemanden unberührt lässt.