Bei dem Titel "Trendy Vintage" hatte ich mir eigenlich vorgestellt, dass das Buch Ideen und Anregungen enthält zu größeren oder kleineren Umänderungen von aus der Mode gerateten Kleidungsstücken, sodass sie wieder aktuell und allenfalls komplett anders werden. Auch aus der Beschreibung habe ich das vermutet ("...wie man mit wenigen Handgriffen scheinbar ausgediente Kleidungsstücke in zauberhafte Unikate verwandelt..."). Tja, hätte ich den Untertitel ernster nehmen sollen.
Im Buch wird nämlich nur beschrieben, wie man Kleidung, deren Schnitt idR gar nicht verändet wird, "aufpeppen" kann. Beispielsweise wird vorgeschlagen, ein schwarzes Kleid mit Knöpfen zu übersäen, auf ein T-Shirt Blumenranken zu nähen, an das Hosenbein einer Caprihose seitlich Rüschen zu nähen (das fand' ich allerdings schon eine lustige Idee). Also hauptsächlich vielleicht ganz nette Ideen eben zum Aufpeppen, aber sicher keine großartigen Veränderungen aus einem ausgedienten Stück. Denn hat ein Kleid einen altmodischen Schnitt (= es ist ausgedient), wird's durch ein paar Knöpfe auch nicht aktuell; da müssten schon größere Veränderungen am Schnitt her. Zwar finden sich zwei Vorschläge, bei denen die Ärmel eines Shirts neu gemacht wurden, die finde ich auch toll. Aber auch hier gilt: hat das Shirt einen altmodischen Schnitt, hilft auch diese Veränderung nichts.
Das Titeloutfit ist sehr wohl im Buch enthalten. Aber nur das T-Shirt. Dabei wurde bei einem Polo-Shirt der Ausschnitt etwas verändert (hier also eine klitzekleine Änderung am Schnitt: die Knöpfe entfernt und die Ränder mit Band abgesteppt) und dieser Gürtel draufgenäht.
Also, es kommt darauf an, was man erwartet: Wer Tips will, wie er ein stinknormales T-Shirt mit Knöpfen oder lustigen Ärmeln "aufpeppt", ist hier richtig. Wer nach einem Buch sucht, mit dem er Vintage-Kleidung vom Flohmarkt oder seine alten 80er-Hosenröcke aktualisiert, ist definitv falsch.
Alles in allem muss ich sagen, dass ich das Buch behalte, weil ich finde, dass es doch ein paar nette Anregungen gibt. Und für den Preis ist das o.k. Auch wenn es nicht das war, was ich mir vorgestellt habe.