Fast ein Kammerspiel: Die wirklich entscheidenden Männer des Ostblocks treffen sich vor der Wende, um irgendwo in den Wäldern Osteuropas gemeinsam auf die Jagd zu gehen. Die Handlung beschränkt sich so auf einen kleinen Raum und eine kurze Zeit. Aber in Wirklichkeit geht es natürlich um ganz andere Dinge. Über Rückblicke erfährt man die Biographien der Beteiligten, über Bedrohung, Gefahren und Blut, das vergossen wurde. Und langsam merkt man, worum es wirklich geht, nicht um ein Treffen alter Freunde, sondern um das weitere Schicksal der Menschen in Europa und vielleicht auch im Rest der Welt. Und man erfährt auch, dass wer nichts sagt, wirklich etwas zu sagen hat.
Nicht nur brilliant geschrieben, sondern auch äußerst einsichtig in die Atmosphäre des Kalten Krieges und des Systems auf der anderen Seite. Nach der Wende erwies sich leider vieles (wie die spiessbürgerliche Umgebung des Treffens) als leider nur zu war. Man erfährt viel über Menschen und Macht, und wie die Macht die Menschen deformiert. Eine bewegende Geschichte, eine Analyse der Regierungsform im Ostblock und eine Warnung vor Diktatur und politischer Gewalt.
Leider zu unbekannt.