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Das Treibhaus (suhrkamp taschenbuch)
 
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Das Treibhaus (suhrkamp taschenbuch) [Taschenbuch]

Wolfgang Koeppen
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 192 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 16 (29. Februar 1972)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518365789
  • ISBN-13: 978-3518365786
  • Größe und/oder Gewicht: 17,7 x 10,6 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 255.396 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Das Treibhaus
OA 1953 Form Roman Epoche Nachkriegsliteratur
Das Treibhaus ist nach Tauben im Gras (1951) und vor Der Tod in Rom (1954) der zweite von insgesamt drei Romanen, die Wolfgang Koeppen zwischen 1951 und 1954 veröffentlichte und als »Trilogie des Scheiterns« zusammenfasste. Koeppen setzt sich in diesem zeitgeschichtlichen Werk mit der politischen und kulturellen Restauration Nachkriegsdeutschlands auseinander, das zwischen Trümmern, übrig gebliebenen Nazis, Wiederbewaffnung und Wirtschaftsboom steht.
Inhalt: Keetenheuve, Pazifist, Schriftsteller und Übersetzer, war zur Zeit der nationalsozialistischen Diktatur elf Jahre lang im englischen Exil. Nach seiner Rückkehr wird er (sozialdemokratischer) Abgeordneter des Bundestags der neu gegründeten Bundesrepublik Deutschland und lässt sich in das politische und klimatische Treibhaus Bonn einspannen. Keetenheuves Versuche, der jungen Republik eine politische Kultur zu geben, sind von vornherein zum Scheitern verurteilt; längst schon wird in geheimen Allianzen von Politikern, Geheimdiensten, Wirtschaftsbossen und Lobbyisten der Wiederaufstieg alter Mächte unaufhaltsam vorangetrieben. Keetenheuves junge Frau Elke bleibt bei dessen aussichtslosen Kampf auf der Strecke. Sie fühlt sich von Keetenheuve vernachlässigt und trinkt sich zu Tode. Als schließlich Keetenheuves zunächst scheinbar aussichtsreiche politische Aktion, die Wiederbewaffnung zu verhindern, vom Geheimdienstchef vereitelt wird, nimmt sich der erfolglose und vereinsamte Abgeordnete das Leben.
Aufbau: Wie schon im Vorgängerroman Tauben im Gras bedient sich Koeppen auch hier eines an Alexander R Döblin und Hermann R Broch sowie an James R Joyce und William R Faulkner geschulten modernen literarischen Erzählens, das im Gegensatz zur sonst eher konventionell gestalteten Nachkriegsliteratur der frühen 1950er Jahre steht. Der gesamte Roman ist als innerer Monolog des Protagonisten Keetenheuve gestaltet, der mit breiten Stream-of-consciousness-Passagen das Geschehen zwischen 1945 und 1952 rekapituliert. Durch Montage und Assoziationen ergeben sich zahlreiche Bezüge zur R Bibel und der griechischen Mythologie, zu literarischen Werken von R Novalis, Friedrich R Hölderlin, E. E. Cummings (1894 bis 1962) und Charles R Baudelaire, zu musikalischen Werken wie dem Ring des Nibelungen von Richard Wagner, aber auch zu Pop- und Jazzmusik der 1940er und frühen 1950er Jahre und nicht zuletzt zu Elementen der Werbung in Rundfunk, Kino und Printmedien. Darüber hinaus arbeitet der Roman mit Figuren, die an konkrete Vorbilder aus der Politik angelehnt sind.
Wirkung: Während dem Roman Tauben im Gras noch ein gewisser Erfolg beschieden war, stieß Das Treibhaus auf wenig Beachtung. In der Kritik wurde es vorwiegend kühl oder sogar feindlich aufgenommen. Die moderne Form des Erzählens, aber vor allem die radikale kritische Analyse des politischen Geschehens in der Hauptstadt der aus den Trümmern des Nationalsozialismus entstandenen Republik stießen auf eine breite Ablehnung. Erst in den 1960er Jahren wuchs allmählich das Interesse an der »Trilogie des Scheiterns«, nachdem sich vor allem Marcel Reich-Ranicki immer wieder für den Autor und sein Werk stark gemacht hatte. Zahlreiche Kritiken befassten sich mit dem Werk und in den 1980er Jahren erschien eine Ausgabe der gesammelten Werke. St. N. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Das Treibhaus erzählt von einem, der im Bonn der fünfziger Jahre politische Verantwortung übernimmt, von einem Regierenden und damit in übertragener Weise von dem, was man Staatsapparat nennt: sein "Treibhaus"-Klima von Wahlkampf, Diplomatie und Opportunismus verdeutlicht, was Koeppen von Politik hält - sie ist ein Geschäft, und wer sich nicht an die Regeln hält, ist verloren.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Mag Wolfgang Neubacher TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Dass ein solcher Satz Wolfgang Koeppen in der Bundesrepublik von 1953 nicht gerade viele Freunde brachte, kann man verstehen. Und trotzdem findet man diesen Satz im Roman "Das Treibhaus". Dazu muss man noch wissen, dass das Erscheinen des Romans in die Zeit der Dikussion um die deutsche Wiederbewaffnung bzw. um den Eintritt des Bundesrepublik in die NATO fiel. Der Rede kurzer Sinn: Den herrschenden Machteliten, die meist ohne größére Probleme den Übergang vom Nazistaat in die Demokratie bewerkstelligt hatten, passte der Roman gar nicht ins Konzept. Man tat sich noch leichter bei der Ablehnung, weil der Roman - auch von Schriftstellerkollegen - vielfach "verrissen" wurde: Man warf Koeppen u.a. vor, er hätte sich zu sehr an Döblin, Joyce oder dos Passos angelehnt. Ein großer Meister warf sich allerdings - trotz gewisser Einschränkungen - für den Roman in die Bresche: Marcel Reich-Ranicki.
Das Buch ist ein "Roman des Scheiterns". Dem sensiblen und depressiven SPD-Abgeordneten Keetenheuve, der die Nazizeit in den westlichen Demokratien überlebt hatte, gelingt es nicht, seine Ideen in der eigenen Fraktion, geschweige denn bei der Regierung durchzubringen.. Er, der Emigrant, der Intellektuelle, scheitert am Pragmatismus der neuen alten Eliten, ganz egal, auf welcher Seite sie stehen. Dass er auch privat scheitert - seine um vieles jüngere Frau Elke verträgt das Alleinsein nicht, während ihr Mann in Bonn ist, und stirbt am Alkohol - rundet die Tragik Keetenheuves nur ab. Er bleibt einfach "ein Ausländer des Gefühls".
Koeppen hat ein Buch geschrieben, das sich einem oberflächlichen Lesen entzieht. Er schreibt - für 1953 - sehr modern; er bringt viele Gedanken, die sehr modern wirken - z.B.: "Die Wahrheit ist oft nur eine Frage der Aufmachung." Oder: "Der deutsche General war für Keetenheuve ein Krebs des deutschen Volkes." Oder: "..Viele zogen willig in den Krieg, weil sie den Alltag haßten...weil der Krieg..auch Flucht und Befreiung war, die Möglichkeit des Reisens..."
Der Roman wurde vielfach auch als "Schlüsselroman" gesehen ("der Kanzler" = Adenauer; "Knurrewahn" = Kurt Schumacher) - und trotzdem (oder auch deswegen) fasziniert seine Lektüre noch immer (oder wieder).
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Man kann das "Treibhaus" sicherlich als Beschreibung der jungen deutschen Bundesrepublik auffassen. Ich würde das Buch eher als eine exemplarische Charakter- bzw. Gesellschaftsstudie beschreiben, die im Kern auch im Jahre 2005 spielen könnte.
Einzige Hauptperson des Romans ist ein Bundestagsabgeordneter namens Keetenheuve. Er füllt sein Amt gewissenhaft aus, so sehr sogar, dass er ganz davon eingenommen wird. Doch was ist der Lohn der Arbeit? Macht hat er keine: Keetenheuve unterliegt als einfacher Abgeordneter dem Fraktionszwang - und da er der Opposition angehört, wird seine Fraktion ohnehin immer überstimmt. Niemand schätzt seinen Einsatz: In der Fraktion zählt vor allem Disziplin und Korpsgeist, die Öffentlichkeit nimmt seine Arbeit nicht wahr (statt dessen wird über "die Politiker" geschimpft) und das Privatleben geht vor die Hunde. Als seine von ihm vernachlässigte Frau stirbt, empfindet er das Gefühl vollkommener Einsamkeit in einem System, das er als ihm gegenüber feindlich erfährt.
Eine solche Geschichte findet auch heute täglich tausende Male statt. Nicht allein in der Politik, sondern überall im Berufsleben.
Koeppen beschreibt den Menschen Keetenheuve ausgesprochen intensiv - man erlebt die Ängste, Träume und Überzeugungen dieses "Rädchens im System der Politik" sehr intim mit - als wäre man es selbst. Darin liegt die ganz große Stärke dieses Buches. Es ist jedoch nicht immer einfach, den teils wirren und anspielungsreichen Gedanken Keetenheuves zu folgen. Man muss sich auf das Buch und seinen Erzählstil einlassen, wenn man Gewinn daraus ziehen will.
Insgesamt ist das Buch empfehlenswert für alle, die Charakterstudien und psychologisch dichte Handlungen mögen. Mühelos zu lesende Unterhaltungsliteratur ist das "Treibhaus" dagegen mit Sicherheit nicht.
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Th. Leibfried TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
„Das Treibhaus" ist der zweite Band aus Koeppens „Trilogie des Scheiterns" über die unmittelbare Nachkriegszeit und den Beginn der Bundesrepublik Deutschland. Der erste Band, „Tauben im Gras", ist eine interessant zu lesende Schilderung eines einzigen Tages in München, der auch dem Leser, der 1949 noch nicht geboren war, einen aufschlussreichen, höchst lesenswerten Einblick in die Zeit des Hungers, der Schwarzmärkte und vieles andere mehr gibt.

Der hier zu rezensierende Roman „Das Treibhaus" nimmt nun die politische Landschaft der Restaurationszeit, also die Zeit der gerade geborenen Bundesrepublik Deutschland unter die Lupe. Und das Ergebnis ist höchst ernüchternd. Unschwer zu erkennen hält sich Koeppen an die wichtigen Figuren der realen politischen Landschaft der damaligen Zeit, insbesondere Adenauer und Schumacher. Der Protagonist ist ein gewisser Keetenheuve, sozialdemokratischer Bundestagsabgeordneter mit einer Vergangenheit, die ihn vor dem Nationalsozialismus hat nach London fliehen lassen und der eher seinem Gewissen als dem Fraktionszwang verpflichtet sieht. Beide Tatsachen, Deutschland aus Überzeugung den Rücken zu kehren in der Zeit der Nazidiktatur und seine politische Unabhängigkeit, zum Beispiel sein Kampf gegen die deutsche Wiederaufrüstung, machen ihn in den Augen seiner politischen Gegner, aber auch bei seinen Parteigenossen, zu einer suspekten Figur.

Sollte sich jemand für Wolfgang Koeppen oder allgemein für die deutsche Nachkriegsliteratur interessieren, empfehle ich zuallererst „Tauben im Gras", das ich mit wesentlich mehr Begeisterung gelesen habe als „Das Treibhaus". Sprachlich auf hohem Niveau, ist „Das Treibhaus" eine kühle Analyse eines Stück Zeitgeschichte, das mich nicht immer so fesseln konnte wie die "Tauben im Gras".

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Pflichtlektüre
In der Weimarer Republik war Felix Keetenheuve Journalist, der 1933 vor den Nazis fliehen mußte und von England und Kanada aus Rundfunksendungen gegen den brauen Terror... Lesen Sie weiter...
Vor 16 Monaten von Kiepura veröffentlicht
Jeder Literatur hat seine Zeit und die 50er sind vorbei!
"Das Treibhaus" zählt zu den Romanen der deutschen Literatur, die immer wieder hochgejubelt werden, wenn es um Kritik an den 50er Jahren geht. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 8. Dezember 2008 von Peter Wacker
Danke das ich im Deutschunterricht damit verschont wurde!
Er erwachte. Er erwachte früh. Er erwachte nach unruhigem Schlaf. Er erwachte im Getto.

Dies ist ein Absatz aus dem Buch, und so geht es weiter, über... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 5. August 2007 von A. Huck
Etwas verworrene Einsicht in die Nachkriegszeit
Wie andere Vorredner bzw. -leser auch bin ich auf dieses Büchlein aufgrund von Koeppens hoher Reputation und der Aufnahme in die SZ-Bibliothek gestoßen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 21. Mai 2007 von hartmutw
Nicht das meine...
Wo bitte ist der Eingang?

Ich kam nicht rein in dieses Buch. Ich kam mit der seltsamen Sprache nicht klar und wurde beim Lesen immer genervter. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 6. Mai 2006 von Janie
Kritik am Politikbetrieb
"Das Treibhaus" ist keine ausgewogene Beschreibung des Politikbetriebes in Bonn, sondern eine scharfe Kritik daran und an der Restaurationspolitik Konrad Adenauers im Besonderen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 5. August 2002 von Dieter Wunderlich
zeigt die politische Situation im Nachkriegsdeutschland
Das Buch handelt von einem Bundestagsabgeordneten, der kürzlich seine Frau verloren hat und nun wieder auf dem Weg zurück nach Bonn ist. Lesen Sie weiter...
Am 16. Juni 2000 veröffentlicht
Bonn die Machtmaschine
Nun ist Bonn zwar nicht mehr Sitz der Bundesregierung und des Bundestages, doch Koeppens Buch ist nach wie vor aktuell. Lesen Sie weiter...
Am 12. September 1999 veröffentlicht
Roman um die Mechanismen der Macht und der Politik
W. Koeppens (geb. 1906) ,,Treibhaus" von 1953 ist weniger ein zeitgeschichtlicher als vielmehr ein zeitpolitischer bzw. -kritischer Roman. Lesen Sie weiter...
Am 21. August 1999 veröffentlicht
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