Das scheint wieder einer der Filme zu sein, bei denen sich keiner aus der Deckung wagt. Irgendwie ist das auch kein Wunder:
"Ein spannender Abenteuerfilm mit Starbesetzung und prächtigen CinemaScope-Bildern, der perfekt unterhält.", schreibt das Lexikon des Internationalen Films zu der Produktion aus dem Jahr 1955. Das Cover der DVD verweist dagegen auf "Charmeur Clark Gable (Vom Winde verweht) in einem herrlich romantischen Film". Viel widersprüchlicher geht es kaum.
Zur Handlung nur in Kürze:
Im China nach der kommunistischen Machtergreifung verschwindet der amerikanische Fotoreporter Louis Hoyt. Auf der Suche nach ihm reist seine Ehefrau Jane (Susan Hayward) nach Hongkong, nachdem dort seine Kameras von der Polizei sichergestellt werden konnten. Der ermittelnde Beamte kann ihr dennoch nur wenig Hoffnung machen, verdächtigt aber ohne greifbare Anhaltspunkte den Abenteurer Hank Lee (Clark Gable), mit dem Verschwinden in Zusammenhang zu stehen. Lee ist, nachdem er kurz vor Kriegsende nach einer tätlichen Auseinandersetzung mit einem Offizier von der amerikanischen Armee desertiert ist, auf zweifelhaftem Weg zu Reichtum gekommen. Nachdem alle Bemühungen Janes, ihren Mann zu finden, scheitern, wendet sie sich doch noch an Hank Lee. Und der vermeintliche Gangster entpuppt sich nach anfänglichen Zweifeln als vollendeter Gentleman, der ihr seine Hilfe anbietet - aber aus nicht ganz uneigennützigen Motiven: Er hat sich in Jane verliebt und erkennt, daß er nur dann eine Chance hat, wenn sich Hoyt in Sicherheit befindet ...
Inhaltlich ist der Film in der Tat ein wenig so zerrissen wie die beiden Eingangsstatements andeuten. Er ist eine Mischung aus Kitsch und Action und der Zuschauer muß selbst entscheiden, was ihm daran wichtiger ist. Das ist allerdings typisch für die in Asien spielenden Hollywood-Produktionen der frühen 50-er Jahre. Wer diese Art Filme mag, wird mit "Treffpunkt Hongkong" sicherlich hervorragend bedient. Wenn man aus dieser Sicht etwas bemängeln kann, wäre es der Umstand, daß der Regisseur Edward Dymtryk bei den Spannungselementen etwas hinter seinen Möglichkeiten zurückgeblieben ist. Die Verfolgungsjagd am Ende wirkt im Übergang zwischen Nacht und Tag etwas abgehakt. Meine daraus folgende Frage, ob der Film für den deutschen Markt an dieser Stelle gekürzt wurde, kann im Vergleich mit der britischen Kinofassung eindeutig verneint werden.
Zur DVD selbst:
Mit Ausnahme einer Trailershow, die auf andere Produkte hinweist, enthält die DVD keine Extras. Bild und Ton sind mit älterem Equipment (in der heutigen Zeit sind das DVD-Player und Fernseher, die im technischen Stand vor etwa drei Jahren neu waren) ausgesprochen gut.