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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
19 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein wunderbarer Liebesroman,
Von B.B. "bulimicbookworm" (Helgoland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Treffen sich zwei. Roman (Gebundene Ausgabe)
Über die Liebe zu schreiben bedeutet, die x-te Variation des Allzubekannten zu versuchen, es ist ganz schön schwer, der abgebrühten Leserschaft bei der Lektüre diesen gewissen Glanz in die Augen und diese wehmütige Gefühl ins Herz zu zaubern. Die meisten Worte sind einfach zu abgenutzt, zu trivial, um noch irgendeine Reaktion hervorzurufen. Iris Hanika schafft es, diese Klippe zu umschiffen - in einem Sprachmix, in dem sich das Triviale und das Originelle, Pathos und Spott auf engstem Raum mischen.Sie erzählt keine Geschichte, malt keine Stimmungsbilder, blendet auch nicht durch die Extravaganz der beschriebenen Beziehung. Hier ist, von den äußeren Fakten her, alles ganz gewöhnlich - sehr zum Leidwesen der neurotischen Hauptfiguren. Mit analytischer Akribie werden die zögerlichen Liebenden wie unter Laborbedingungen betrachtet, ihr Gefühlswirrwar seziert. Da werden Gefühle, Gegengefühle, Unter- und Paragefühle nebeneinandergestellt, werden all die Zweifel, der Argwohn, der Selbsthass, die Hilflosigkeit und die blinde Begeisterung die die sich zierenden Figuren (vor allem aber die deutlich komplexer gezeichnete Frau)in permanentem Wechsel heimsuchen, sorgfältig ausgebreitet. Der Erzählton ist meist kühl, oft spöttisch und gelegentlich auf rührende Weise naiv, kindlich, intuitiv, auch wenn es dem Leser mal etwas peinlich werden mag. Der Text erzeugt keinen Sog, und wenn, zerstört die Autorin ihn sofort durch heterogene Einschübe, Exkurse, Aufzeichnungen. Aber gerade mit dieser artifiziellen, eher unromantischen Form schafft sie es, den dicken Panzer der Lesegewohnheiten zu durchbrechen und dem eigentlich Unbenennbaren noch einmal eine neue, individuelle und in sich stimmige Form zu geben. Ein tolles Buch, sehr empfehlenswert, eines der besten bislang in diesem Jahr. Einzige Einschränkung: Gerade am Anfang übertreibt sie es ein wenig mit ihrer üppigen Metaphorik. Das klingt dann schon mal platt oder gekünstelt. Einen halben Stern würde ich dafür höchstens abziehen, deshalb trotzdem Höchstwertung für ein ambitioniertes, ein gewagtes und über weite Strecken sehr gelungenes Buch über die Liebe unter neurotischen Großstadtsingles. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
23 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Schön,
Rezension bezieht sich auf: Treffen sich zwei. Roman (Gebundene Ausgabe)
Als bekennende Freundin von Sprachbildern und als Romantikerin hat mich das Buch zu Beginn in seinen Bann gezogen. Wer NUR eine Liebesgeschichte sucht, wird sich lange gedulden müssen. Es ist ein Buch, in der die mitunter nicht durchschaubaren Gehirnwindungen und Gedankengänge von 40+ Frisch-Verliebten recht genau beschrieben werden, frei nach dem Motto "...es kann doch gar nicht so einfach sein, wie es eigentlich ist". Und so stolpern Senta und Thomas, die Hauptdarsteller, fast bis zur letzten Seite, wo das Paar ein ganz schlichtes - wohlgemerkt hier sehr positiv gemeintes - Happy End findet. Das Buch ist gespickt mit Auszügen aus der Weltliteratur, was ich als ausgesprochen spannend empfinde und was manche Längen gekonnt überspielt. Ein Buch, das eine Mischung ist zwischen leichter Sommerlektüre und anspruchsvollem Psychodrama. Man darf sich vor allem nicht scheuen (so das eigene Leben dieses Stück nicht ohnehin schon geschrieben hat), daran zu glauben, dass das Leben jemanden bereit hält, der so "schön" ist, das dieses Wort das beste ist, was einem zu diesem Wunder einfällt.
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47 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Romantische Liebesgeschichte oder Heimatroman?,
Von Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (HALL OF FAME REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Treffen sich zwei. Roman (Gebundene Ausgabe)
Das neue Buch der Berliner Autorin Iris Hanika hat den lapidaren Titel "Treffen sich zwei". Es handelt eigentlich von den ersten Wochen einer Liebe. Der Plot spielt während eines heißen Sommers im Berliner Stadtteil Kreuzberg. Die Protagonistin Senta Bergner (assoziativ ein witziger Einfall?) ist eine recht einsame, hysterische Frau, die trotz wechselnder Männerbekanntschaften, keine feste Beziehung aufbauen kann. Sie trifft eines Abends den an einer Theke stehenden Berliner Systemberater Thomas. Sofort springt der Funken über. Das Schicksal hat scheinbar zugeschlagen. Er ist der Mann von dem sie immer geträumt hat. Sie schlafen in der ersten Nacht miteinander, alles ist ganz großartig. Aber man merkt dann doch sehr schnell, dass das was von der Autorin so romantisch mit der ersten Liebesnacht inszeniert wurde, im grauen Alltag keinen Bestand haben wird.Der Wunsch nach Romantik und der absoluten Liebe ist vordergründig vorhanden, aber die beiden Protagonisten finden keinen Weg, wie sie im miteinander umgehen sollen. So finden sie keinen Zugang sich ihre bisherigen Lebensgeschichten zu erzählen, können keine Gemeinsamkeiten und Verhaltensmuster entdecken, verheddern sich in Kleinigkeiten, sie finden nicht zueinander, mit anderen Worten, es klappt eigentlich nichts. Senta, die die methodisch aufgebaute Abhandlung über das Thema Liebe durch Lektüre der unterschiedlichsten Liebesgeschichten im Kopf hat, versucht diese Diskurse ständig als Liebesratgeber abzurufen. Da werden Zitate von Eichendorff, Rilke, Jelinek usw. als Vorbildfunktionen eingeflochten. Thomas und Senta sprechen und schlafen schließlich nicht mehr miteinander, trennen sich. Sie scheitern gigantisch, was eigentlich von vornherein vorhersehbar war. Doch die Begegnung und der einstige romantische Traum von der wahren Liebe haben ihre Spuren hinterlassen, führen sie am Schluss des Buches wieder zusammen. Das Happy End endet mit der lapidaren Feststellung, dass sie die Dinge schon wie auch immer meistern werden, auch wenn sie über die Liebe eigentlich nicht reden können. Iris Hanika hält mit ironischer Komik und flapsiger Simplizität große Distanz zu ihren Figuren. Insofern ist die Geschichte ganz witzig aber die Autorin verwendet unterschiedliche Sprachschichten, die sie jedoch nicht kennzeichnet und nicht klug zusammenbaut. Es bleibt eine geliehene Sprache, deren Ausdrucksstil gegen Null tendiert. Es ist eine grausame Sprache mit Trivialitäten und Formulierungen, die mir die Fußnägel hochtreibt, weil ich so etwas lange nicht mehr gelesen habe. Das Buch hat mich auch mit seinem ganzen Deutungsdelirium und seiner Männerbeleidigung nicht ereicht. Der Verlag schreibt im Klappentext, es sei ein Liebesroman und ein Heimatroman. Bei allen Vorbehalten gegen Klappentexte; den Roman finde ich nicht, dafür ist die Sprache unter Groschenromanlevel; auch die Heimat finde ich nicht, dafür ist die ganze Dokumentation zu liederlich, nicht sorgfältig genug; schließlich, die Liebe finde ich schon gar nicht, dafür ist die Mischung aus nüchterner Betrachtung und großer Romantik mit viel zu viel wenig komischer Satire unterlegt. Mein Fazit, es ist ein Buch das ich nicht empfehlen kann. Unsere biologische Verfallzeit berücksichtigend kann man die Zeit mit wesentlich besserer Lektüre verbringen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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