Wer kennt Sie nicht, die Helden aus Romanen, Film und Fernsehen? Menschen, die etwas Außergewöhnliches oder Vorbildliches leisten oder geleistet haben und versuchen unter Einsatz des eigenen Lebens und persönlicher Opfer die Gesellschaft nachhaltig zu verändern und somit zum Besseren zu wenden.
Diesem Thema widmet sich Detlev Krüger-Sperling in seinem Buch in vorbildlicher Weise, indem er zunächst dem Archetyp des Helden auf den Grund geht und dem Leser die klassischen Helden wie Odysseus, Siegfried oder Robin Hood vorstellt. Darauf aufbauend bietet er dem Leser eine breite Auswahl von Helden nicht nur aus Geschichte, Politik und Wissenschaft, sondern vergisst auch nicht, die Helden des Alltags zu würdigen und potentiellen oder vermeintlichen Helden der Gegenwart auf den Zahn zu fühlen.
Dabei gelingt Krüger-Sperling zum einen ein für Jugendliche gut verständlicher, kompakter und informativer Überblick über die Helden von Vergangenheit und Gegenwart. Darüber hinaus schafft es der Autor, Interesse zu wecken und bereitet damit historisch interessierten Kindern und Jugendlichen den Weg, sich über einzelne dieser Helden, seien sie nun im Bereich der Wissenschaft, Geschichte oder Politik zu finden weiter zu informieren und ihre Motive und historischen Hintergründe näher zu beleuchten.
Männer machen Geschichte - dieses Credo ist in der Geschichtswissenschaft sicherlich zu Recht umstritten. Aber der Schul- und gerade der Geschichtsunterricht braucht Helden, um das Interesse an Geschichte zu wecken und
einen Bezug zu den ethischen und wissentschaftlichen Problemen und Herausforderungen der Vergangenheit, aber eben auch der Gegenwart zu wecken. Dazu liefert dieses Buch einen wichtigen Beitrag und zwingt zugleich den jugendlichen Leser auch dazu, die vermeintlichen Helden der Gegenwart an der historischen Messlatte der Helden der Vergangenheit kritisch zu messen.
Als Teaser für Geschichtsmuffel, aber auch für Geschichtsinteressierte, die sich mit Helden der Vergangenheit und Gegenwart auch einmal kritisch auseinandersetzen wollen, uneingeschränkt zu empfehlen.