Aus der Amazon.de-Redaktion
Ein für seine Animationsstreifen musikalisch und optisch neues Kapitel schlägt Disney mit dieser Produktion auf. Auf der dazugehörigen Soundtrack-CD gibt es deshalb außer zwei für solch einen Fantasy-Film überraschend rockigen Songs auch Musik eines Score-Komponisten, der als Chamäleon der Branche gilt und ein opulentes Orchester-Opus mit vielen Fassetten ablieferte.
Der Schatzplanet ist die Science-Fiction-Version einer weltbekannten Geschichte: Robert Louis Stevensons Jugendbuch-Klassiker Die Schatzinsel (1883). Den Thriller um Seefahrer und einen mutigen Jungen namens Jim Hawkins hat das Regie-/Autoren-Duo Ron Clemens/John Musker (Aladdin, Arielle, Hercules) für die Computer-Generation in ein futuristisches Universum verpflanzt. Die mitreißende Expedition führt geradewegs ins Weltall und der bislang wegen seines Holzbeines berühmte Bösewicht Long John Silver ist ein Cyborg, sprich halb Mensch, halb Maschine.
Ganz im Einklang mit der visuell beeindruckenden Modernisierung des zum Kinostart fast genau 120 Jahre alten Abenteuers ist auch der Soundtrack. Das zeigt sich bereits an den ersten zwei Liedern, den einzigen gesungenen Stücken auf der fast 55-minütigen CD. "Ich wollte keine Disney-typischen Songs schreiben, so wie es in der Vergangenheit unter anderem Phil Collins für Tarzan oder Elton John bei König der Löwen gemacht haben", erklärte John Rzeznik. "Es sollte etwas Kantiges und mehr Rock 'n' Roll sein", sagte der Sänger und Gitarrist der Goo Goo Dolls. Das US-Poprock-/Alternative-Trio wurde durch Hits wie "Name", "Iris" oder "Black Balloon" bekannt und steuerte schon Stücke unter anderem zu den Filmen Ace Ventura II, Twister oder Batman & Robin bei. Der zweite Track, ebenfalls eine Rzeznik-Komposition, interpretiert die britische Drei-Mann-Band BBMak. Deren Name steht für melodiösen, gitarrenlastigen Poprock.
Der Score stammt von James Newton Howard. Er hatte bereits das vorausgegangene Disney-Zeichentrickstreifen Atlantis: Das Geheimnis der verlorenen Stadt musikalisch untermalt. Das war zwar nur mäßig erfolgreich, aber der Amerikaner wurde wieder engagiert. Kein Wunder: James Newton Howard ist ein Tausendsassa des Genres. Egal, ob Kinderfilm (Dinosaurier), Horror (The Sixth Sense), Action (Waterworld), Romanze (Pretty Woman) oder Drama (Herr der Gezeiten) -- der langjährige Keyboarder in Elton Johns Begleitband überrascht stets aufs Neue und trifft den richtigen Ton. Diesmal legte er ein ebenso atmosphärisches wie imposantes Werk für großes Orchester vor. Es bietet eine abwechslungsreiche Dramaturgie mit all den Zutaten, die sich der Score-Fan von sehr guter (amerikanischer) Filmmusik wünscht: Geigen- und Flötentöne, Pauken & Trompeten, Chor und Hörner. --Thomas Hammerl