6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Kurzweiliger Adventure-Spaß mit Jay Chou. Hochglanz - nicht mehr, nicht weniger., 26. September 2010
Rezension bezieht sich auf: The Treasure Hunter [Blu-ray] (Blu-ray)
Meinen Vorredner mit seiner 1-Sterne-Rezension kann ich durchaus verstehen, zumal der Streifen selbst in China, seinem Heimatland, nicht übermäßig gut beurteilt wurde.
So ist Treasure Hunter denn das, was man im Prinzip erwartet, wenn man Jay Chou auf dem Cover sieht:
flotter, kurzweiliger Adventure-Spaß im MTV-Look, mit (vielleicht teils eher etwas unnötigen) vielen stylishen Kameraeffekten (Larry Fong und seine Arbeit für "300" lassen lieb grüßen), einem leicht überheblichen Indiana Jones-Verschnitt (wobei Jay Chou natürlich nie die Klasse des Originals erreicht) und Martial Arts mit Fantasy-Einschlag.
Der chinesische Humor ist sicher nicht jedermanns Sache, und die eine oder ander Nebenfigur war selbst mir zu doof, aber erträglicher als die peinlichen, auf lustig getrimmten Einzeiler aus den "Mumie"-Filmen war's allemmal.
Die Charaktere sind allesamt recht überzogen dargestellt, dass ist aber so gewollt; Jay Chou persifliert sich im Originalton teils gekonnt selbst (man erinnere sich an den Single-Hit "Wo hen mang/Cowboy on the run") und die weibliche Hauptdarstellerin Chiling Lin sieht einfach bezaubernd aus. Mehr auch nicht (für eine Frau mit Profil sollte man sich eher "Roseanne" angucken).
Der Film ist gewiß nicht "grottig" oder gar billig, man sieht ihm sein hohes Budget durchaus an. Langweilig ist das ganze dann auch nicht, denn Action wird genug geboten, von Kung-Fu über Verfolgungsjagden und dem unvermeidlichen "verwunschene Tempelanlage"-Touch. Vielleicht sollte man in der Videothek nicht stumpf "irgendwas" 'raussuchen, sondern überlegen, auf was man sich einlässt, dann wird man auch nicht soo doll enttäuscht, und bei einem Titel wie Treasure Hunter ist das nunmal nicht Polanski sondern bloßes Entertainment.
Zudem sehen die Wüstenaufnahmen in HD wirklich sehr schön aus, das Bild ist zu jeder Zeit scharf und reich an Kontrasten.
Fazit
Blu-Ray Technik top, Story etwas dünn und vorhersehbar, plus ein wenig überdrehte Charaktere, Action und Kung-Fu in der "Nouvelle Vague" des aktuellen Hochglanz-Asiakinos, flotte, schnörkelose Inszenierung, alles in allem:
wirklich gute Unterhaltung, die dem durchschnittlichen "Mumie"-OLÉ-OLÉ-Seher wohl eher nicht gefällt, alle anderen, die die teure Videoclip Ästhetik des chinesischen Kinos mögen, bei dem (leider?) in letzter Zeit oft "Style over Substance" zählt, können ruhig einen Blick riskieren.
Für "Charaktertiefe" und ebenso tiefe Gefühle empfehle ich in Bezug auf Asien die älteren Filme von Zhang Yimou, beim "Treasure Hunter" bekommt man kurzweiligen Spaß, nette Kämpfe, schöne Naturaufnahmen und einfach 1.5 Stunden nette Unterhaltung.
Nicht mehr. Nicht weniger.
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5 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Was für ein Quatsch!!, 18. September 2010
Wieder einmal stand der wöchentliche DVD-Tag an. Das Cover von "The Treasure Hunter" lachte mich schon eine ganze Weile an und nachdem ich die Inhaltsangabe recht interessant fand, viele Amazia-Filme mir große Freude gemacht haben und ich vor allem den Zusatz "eine Mischung aus 'Die Mumie' und 'Indiana Jones'" und "so hätte der letzte Indiana Jones sein sollen" mit großer Begeisterung las, fand die DVD den Weg zu mir nach Hause. Wie sich nach kurzer Zeit herausstellte, war das eine schlechte Wahl. Viel hatte ich nicht erwartet, ich habe sogar damit gerechnet, einen durchschnittlichen B-Movie zu sehen, aber was sich mir letztlich darbot war unter aller Kanone:
- Die Charaktere: Der "Held" des Filmes ist durchweg unsympatisch und ein richtiger Kotzbrocken. Zu keiner Sekunde konnte ich einen Bezug zu dieser Person herstellen, sondern es stellte sich vielmehr eine Abneigung ein. Nicht gerade förderlich, um dem Film weiterhin zu folgen. Seine weibliche Begleitung ist ausschließlich dazu da, nett auszusehen. Was die für einen Mist von sich gibt, ist kaum auszuhalten und wenn sie nicht spricht, schreit sie unentwegt durch die Gegend. Tut mir leid, aber dieses dämliche Frauenbild ist einfach überholt.Dann gibt es zu meinem Bedauern, wie in Unmengen asiatischer Filme, den Spaßvogel, der in der eigentlich ernsten Grundthematik einfach nichts zu suchen hat. Seine karikaturistische Art in unpassenden Situationen mit übertriebener Positivität zu reagieren, ging mir zumindest tierisch auf die Nerven. Der vierte Protagonist spricht sehr wenig und erst am Ende des Filmes erfährt man ein wenig aus seiner Vergangenheit. Leider ist die Geschichte aber so dürftig, dass sie einen nicht interessiert.
Zu guter Letzt gibt es noch die Schwester des Helden, die so kurz eingeführt wird, dass es mir völlig Schnurz war (VORSCIHT SPOILER) als ich glaubte, dass sie erstochen wurde. Es tut mir fast leid, so etwas zu schreiben, aber das ist das Hauptproblem des Filmes. Jeder Charakter bleibt an der Oberfläche, man erfährt so gut wie nichts und kann daher keine Bindung aufbauen, geschweigedenn ein emotionales Verhältnis zu einem der Protagonisten herstellen.
Die Effekte: In Fantasy- und Abenteuerfilmen muss die Story nicht der Knaller sein, wenn die Effekte bombastisch sind. Aber auch hier weit gefehlt: Ein paar Sandstürme, Kämpfer/Reiter die aus dem Sand steigen und in demselben wieder verschwinden und am Ende in paar Geister, die aussehen wie Gandalf, sind alles, was geboten wird. Und das bei einer Laufzeit von 100 Minuten. Da kann man sich vorstellen, bei wievielen Minuten im Endeffekt nichts passiert. Bereits nach 15 Minuten schaute ich auf die Uhr, nach einer Stunde dachte ich: "Nun gut, bisher ist nichts passiert, eigentlich kann man direkt hier einsteigen". Dazu noch teilweise lächerliche Kostüme: Als plötzlich der Verschnitt von Skeletor (Masters of the Universe) auf den Plan trat, konnte ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen.
Die Schauspieler: Die schauspielerischen Leistungen sind unterste Kategorie. Der Held Jay Chou ist, wenn überhaupt, unterer Durchschnitt. Vor allem als seine (VORSICHT SPOILER) Schwester fast ermordet wird, ist lediglich völlige Gleichgültigkeit und Emotionslosigkeit bei ihm zu sehen. Lin Chi Ling, der weibliche Hauptcharakter, unterbietet diese Leistung nochmal um ein Vielfaches.
Die Kämpfe: Wer Tiger & Dragon, Hero, The Warlords, Three Kingdoms, Fearless etc. gesehen hat, wird bei diesen Kämpfen nur den Kopf schütteln. Nichts Neues, einfallslos, alles schon gesehen und das bei weitem besser. Lediglich ein Kampf entwickelte eine gewisse Dynamik und hatte eine annehmbare Choreographie, der Rest enttäuscht. Vor allem die übertriebenen physikalischen Ungereihmtheiten störten mich, bei denen man eindeutig sieht, dass mit Seilen nachgeholfen wurde, d.h. ich habe kein Problem, wenn wie in Tiger & Dragon die Kämpfer über die Dächer fliegen, aber wenn der Held noch in der Luft die Richtung leicht ändern kann oder zur perfekten Landung zweifellos mit dem Seil nachgeholfen wird, dann ist das einfach ärgerlich. Also auch hier gibt es keinen Pluspunkt.
Die Musik: Die fand ich in Ordnung und hat daher den einen Punkt verdient.
Die Story: Die Geschichte ist langweilig und Spannung kommt zu keinem Zeitpunkt auf. Zudem lässt sie sich in einem Satz zusammenfassen: Vier Menschen suchen einen Schatz! Wobei sich genau das, worauf man sich als Zuschauer dann den ganzen Film über freut, nämlich den tollen Schatz am Ende zu erblicken, nicht einstellt. Die kleinen Hintergrundgeschichten zu den Charakteren werden desweiteren so emotionslos dargeboten, dass sie es kaum Wert sind zu erzählen.
Die Dialoge: Es mag an der deutschen Übersetzung und Synchro liegen, aber die Dialoge sind der Abschuss. Was für unglaublich dämliche Sachen hier abgelassen werden konnte ich kaum glauben. Teils zusammenhangslos und auf Kindergarten-Niveau ließen mich die Unterhaltungen mit offenem Mund dasitzen.
Zusammengefasst: Grottige und eigentlich nicht vorhandene Story, keine Charakterzeichnungen, schlechte Kämpfe, durchschnittliche, an einer Hand abzählbare Effekte, absolut dämliche Dialoge und magere Schauspieler-Leistungen machen diesen Film zu einer Lachnummer. Die Vergleiche zu "Die Mumie" und "Indiana Jones" sind an den Haaren herbeigezogen und es sollte verboten werden, die beiden Filme in einem Atemzug mit "The Treasure Hunter" zu nennen. Während beide richtig Laune machen, Rätsel stellen und Spannung aufbauen sind bei "The Treasure Hunter" nicht einmal die Grundlagen für einen guten Film gegeben. Ich habe schon lange nicht mehr so einen Schrott gesehen und kann ihn keineswegs empfehlen.
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