Ich war gespannt auf "Trauzeuge gesucht". Der Grund dafür: Hinter der Produktion steckt niemand geringeres als John Hamburg, der auch schon bei "... und dann kam Polly" und "Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich" seine Finger im Spiel hatte. Und meine Erwartungen sollten nicht enttäuscht werden. Allerdings führt der Titel des Films ein wenig in die Irre, denn es geht hier nur nebensächlich um eine Hochzeit, und eine romantische Komödie ist "Trauzeuge gesucht" nur im ganz weiten Sinne. Das Hauptaugenmerk des Films liegt auf der Entwicklung einer wahren Männerfreundschaft. Da passt der Originaltitel ("I Love You, Man") besser.
Aber das erklärt sich leichter, wenn man den Inhalt kennt: Es geht um Peter Klaven (gespielt von Paul Rudd), der ein Leben führt, über das er sich nicht beschweren kann. Er ist Immobilienmakler und hat sich gerade mit seiner Lebensgefährtin Zooey (Rashida Jones) verlobt. Da fällt es Peter wie Schuppen von den Augen: Er braucht einen Trauzeugen! Das Problem daran: Er hatte in seinem ganzen Leben nie einen richtigen Kumpel. Das hat ihn bisher nicht gestört, aber jetzt ist wirklich Not am Mann, jemanden kennen zu lernen, der die Aufgabe des Trauzeugen übernehmen könnte. Der Einzige, der Peter aus dieser Misere befreien kann, ist sein jüngerer homosexueller Bruder Robbie (Andy Samberg). Doch anscheinend kommen dessen Tipps bezüglich Männer-Dating bei Peter falsch an, denn prompt hat dieser nach einem Abendessen die Zunge eines Typen im Hals. Als er sein Vorhaben schon fast aufgeben wollte, trifft er zufälligerweise auf Sydney Fife (gespielt von Jason Segel). Nach und nach entwickelt sich aus der lockeren Bekanntschaft eine Freundschaft und Peter holt mit Sydney alles nach, was er in seiner Jugend verpasst hat: Sei es die Songs der Lieblingsband Rush nachspielen, selbst auf Konzerte gehen oder einfach reden. Es kommt, was kommen muss: Peter findet so viel Spaß daran, Zeit mit seinem neuen besten Freund zu verbringen, dass sich seine Fast-Ehefrau allein gelassen fühlt und droht, ihn zu verlassen. So spitzt sich das Gefühlschaos zwischen Freundschaft und Ehe für Peter zu.
Ich habe mir die DVD besorgt, die mir ausgesprochen gut gefällt. An der Qualität von Bild und Ton gibt es nichts zu bemängeln und auch die Extras sind ansprechend: Es gibt verlängerte wie auch entfernte Szenen, einen Audiokommentar, ein Making-Of und Gag Reel.
Ich kann den Streifen nur jedem ans Herz legen, der auch die anderen Projekte von John Hamburg für gut befunden hat. Auch wenn es sich um einen "Männerfilm" handelt, habe ich mich köstlich amüsiert.