...und nicht die heute sonst üblichen "Kriminalistenfilme". Hier dreht sich (fast) alles um den Fall, der durch den Ur-Wiener Trautmann mit unkonventionellen Methoden gelöst wird. Keine überflüssigen privaten Handlungsstränge bei den Ermittlern, keine nervenden, "lustigen" Marotten, keine peinlichen Verfolgungsjagden. Übrigens auch nicht die in letzter Zeit in Mode gekommenen "neurotischen" Kriminalisten, sondern ehrliche, erfrischend "normale" Ermittler. Die Täter spielen eine wesentlich größere Rolle als in den deutschen Sonntagabendkrimis. Eine Besonderheit ist das feste Ensemble aus Unterweltlern und verkrachten Existenzen, das wesentlich zum Unterhaltungswert beiträgt.
Einzelkritik:
Wolfgang Böck als Trautmann: absolut überzeugend als Fels in der Brandung; sieht als Ermittler immer den Menschen, auch im Halbwelt-Millieu.
Simon Schwarz als Burschi: gute Mischung aus Begriffsstutzigkeit und cholerischen Anfällen, Gegenpol zu Trautmann.
Monika Weinzettl als Moni: leider zuweilen etwas hölzern, gleicht zwischen Trautmann und Burschi aus.
Erwin Steinhauer als "Hendlfanger": sehr gut als schmieriger Lokalpolitiker, der seine Wurstfinger überall drinhat.
Schließlich noch das Traumpaar der Halbwelt: Nazl-Onkel und der King, immer wieder herrlich.
Fazit: Wiener Krimiherrlichkeit mit viel Lokalkolorit und Schmäh. Für Piefkes (wie mich) gibt es auch Untertitel "für Hörbehinderte" :)).