Nach den ersten Riesenhits "Ohne Dich" und "Tausendmal Du" war der Druck, der auf der Münchener Freiheit lastete 1986 sehr groß. Nichtsdestotrotz nahm sich die Band die Freiheit, ein konsequentes und stimmiges Album aufzunehmen, das mehr ist als eine Ansammlung potentieller Hits. Und von diesen potentiellen Hits gibt es auf dem Album jede Menge. Titel wie "Geheime Wünsche" oder "Angst vor der Liebe" hätten es als Singles womöglich in den Charts weiter nach oben geschafft als die Auskopplungen "Es gibt kein nächstes Mal" und "Herz aus Glas", wobei letzterer Song hier in einer etwas zu schlichten Albumversion daherkommt. Im Vergleich zu späteren Alben beweisen Stefan Zauner & Co. hier noch viel Mut zu schrägen Harmonien und Songstrukturen, die mal vom typischen Schema Strophe-Refrain-Strophe-Refrain-Gitarrensolo-Refrain-Fadeout abweichen ("Mach die Augen zu", "Viel zu viel").
"Traumziel" fügt sich soundmäßig nicht nur in die MF-Discographie ein, sondern paßt vor allem zu den producermäßig verwandten Bands und SängerInnen der Zeit: MF-Produzent Armand Volker arbeitete damals u.a. gemeinsam mit Michael Cretu für Sandra und Hubert KaH (dieser schrieb hier übrigens einige Texte). Legendär schließlich auch das Cover, das die fünf Musiker in Eros-Pose mit Pfeil und Bogen zeigt. Sicher eines der besten deutschen Alben der 80er Jahre.