Erster Teil: Realschülerin Nele erobert sowohl Mitschüler Bobby, was zu Eifersuchtsszenen bei ihren Klassenkameradinnen führt, als auch Ricardo, was Ärger mit den Eltern des Mädchens gibt. Übrigens stellt die Autorin die Einstellung der Eltern, die von Ausländern, gelinde gesagt, nicht sehr begeistert zu sein scheinen, reichlich unkritisch dar. Erste Symptome der MS-Erkrankung treten auf, werden aber verdrängt.
Zweiter Teil: Nele kann nicht mehr leugnen, dass mit ihrem Körper etwas nicht stimmt, versucht dies aber weiterhin zu verbergen. Erst der medizinisch ausgebildete Onkel registriert, dass sie Probleme hat. Die Klischeeeltern, vorher offenbar überhaupt nicht aufnahmefähig, fangen jetzt plötzlich an, sich die Augen auszuweinen.
Dritter Teil: MS wird diagnostiziert, die Eltern sind hilflos, der untreue Ricardo landet in den Armen einer anderen, Bobby erweist sich als wahrer Ritter, und damit endet's dann auch...
Abgesehen davon, dass der (jugendliche) Leser über die Krankheit nur sehr ungenau informiert wird (Stephen Hawking dürfte doch heutzutage ein Begriff sein, und was noch alles, außer der Lähmung, auf Nele zukommen kann, sollte schon erwähnt werden) und ich die Darstellung z. T. für sehr unrealistisch halte, ist das Buch auch eine ziemliche Schmonzette. Wie lange wird Bobby "durchhalten"? Wie wird sich Nele mit ihrer Krankheit und mit ihrer Familie auseinandersetzen? Da würde es erst interessant, aber das Buch endet mit einem scheinbaren Happy end. Natürlich soll Literatur zum Weiterdenken anregen, aber hier gibt es ein endlos langes Vorspiel, bis das eigentliche Problem auftritt, und damit wird der Leser dann alleingelassen - wie gesagt, evtl. ohne überhaupt zu wissen, mit welchen Schwierigkeiten das junge Paar möglicherweise noch konfrontiert werden kann. Schade!