Dem Carl Auer Verlag gebürt mal wieder der Verdienst, mich in erster Linie durch ein schönes Cover zum Buchkauf verführt zu haben. Ich muss zugeben, dass ich mir schon manches Buch des Verlag neu statt gebraucht gekauft habe, nur weil mir das neue Cover so gut gefiel. Glücklicherweise stecken zwischen den meisten schönen Buchdeckeln beim Carl-Auer-Verlag auch lesenswerte Inhalte. So hat mich auch das vorliegende Buch nicht enttäuscht.
Roland Kachler lässt in seinem Roman nicht direkt die Figuren Sigmund Freud, Carl Gustav Jung und Milton Erickson miteinander agieren, so wie etwa Irvin Yalom das in seinem Buch "Und Nietzsche weinte" mit Figuren machte, in dem er einen Roman schrieb, der in der damaligen Zeit spielte und eine fiktive Handlung erfand. Stattdessen denkt die Hauptfigur, die aus der Ich-Perspektive beschrieben wird und in einem Mordfall ermittelt, über Gedanken von Milton Erickson nach oder fantasiert sich fiktive Gespräche von Jung, Freud und seinen Mordverdächtigen zusammen.
Man erhält so einen sehr unterhaltsamen Einblick in die grundlegendsten Gedanken von Milton Erickson, Sigmund Freud und Carl G. Jung. Sehr unterhaltsam fand ich auch, dass die Figuren Freud und Jung auch im Laufe der Geschichte mit ihren Kritikern und Verhaltenstherapeuten konfrontiert werden(Freuds Reaktion auf die Darstellung der Verhaltenstherapie fand ich einfach göttlich!).
Aber ich will nicht zu viel verraten. Wer sich wirklich tiefgreifender mit einem der Themen beschäftigen will, könnte sehr enttäuscht werden, wenn er sich von dem vorliegenden Buch etwas anderes erhoffte. Die von mir erwähnten Personen und Bereiche werden nur sehr oberflächlich behandelt und angeschnitten. Es finden keine umfassenderen Erklärungen und Diskussionen zum Thema Träume und ander Therapieformen statt.
Das Buch ist jedenfalls kurzweilig und sehr gut zu lesen. Normalerweise brauche ich sehr lange für Romane, da ich eher eine Sach-/Fach-/Selbsthilfe-Literatur-Leser bin. Das vorliegende Buch konnte ich jedoch mehr oder weniger schnell und in einem Rutsch lesen. Der Autor versteht auch etwas von der Materie und ist kein Laie auf dem Gebiet der Psychologie.