Zum Inhalt:
Der Erfolgsautor Dolan leidet unter einer Schreibblockade und der Verleger macht ihm zunehmend Druck. Eines Tages landet ein vermeintliches Manuskript in seinem Briefkasten, in dem ein vermeintlicher Irrer seine gewalttätige Fantasie auslebt. Doch dann tritt der Psychopath in das Leben des Autors - und der muss erkennen, dass das Manuskript keine Fantasie ist, sondern die Erinnerungen an die begangenen Morde.
Dolan gerät in einen Strudel, in dem sich Wahrheit und Fiktion vermischen und dass ihn selbst in Gefahr bringt.
Rezension:
Das Buch ist das erste von Shane Briant auf dem internationalen Markt. Die anderen Werke, die bisher nur in Australien erschienen sind und daher entsprechend schwer verfügbar, sind eher politische Thriller, die in Richtung Agenten und Mafia gehen.
Vornweg: ich habe die Möglichkeit gehabt, das Buch teilweise in Englisch zu lesen und bin der Ansicht, dass einiges an "Flüssigkeit" durch die Übersetzung verloren gegangen ist, nicht zuletzt, weil gewisse sprachliche Pointen sich einfach nicht so übersetzen lassen.
Dennoch hat das Buch einige Schwächen:
- die Handlung ist teilweise schnell durchschaubar
- der Kreis der Verdächtigten schrumpft ziemlich schnell, zumal mögliche Motive schon zu Beginn erwähnt werden
- ich hätte mir teilweise etwas mehr Tiefgang erwartet, z.B. was die zunehmende Paranoia des Autors oder auch die Folterszenen angeht
-was das Buch an Tiefgang zu wenig hat, hat es anderen Stellen an Langatmigkeit zu viel
Ich kann eigentlich nicht sagen, dass die Charaktere unfertig wirken. Bei Thrillern sind die Charaktere an sich für mich nicht so wichtig, wichtiger ist das Zusammenspiel, das sich zu dem Finale hinauf stachelt und das kann dieses Buch. Und wie ich schrieb: wenn man es liest, hat es schon was, was einen zum Weiterlesen animiert.
Fazit:
nicht überragend, aber für einen regnerischen Tag eine gute Unterhaltung durchaus steigerungsfähig. Für Leute, die regelmäßig Thriller lesen und daher die Latte hoch legen, ist es wohl eher nicht geeignet, aber für Ab- und Zuleser wie mich schon.
Übrigens: der Autor hat ein Sequel namens "The Dreamhealer" heraus gebracht, das bisher nur in Englisch erschienen ist, womit sich dann auch erklären dürfte, warum das Ende dieses Buches offen geblieben ist. Dieses Mal werde ich mir das Buch aber in der Originalsprache kaufen.