Lori Wilde ist ein herzergreifender (Weihnachts-) Roman gelungen. Sie verknüpft eine wunderschöne Weihnachtslegende mit einer Liebesgeschichte, die nicht ohne Probleme abläuft. Lori Wilde lässt die ganze Geschichte um die Weihnachtszeit (einer ohnehin ziemlich rührseligen Zeit) ablaufen, wobei ich denke, dass die Geschichte auch zu jeder anderen Zeit des Jahres Bestand hätte.
Sarah Collier hat sich im Alter von fünfzehn Jahren blamiert, als sie in die Hochzeit des Mannes, den sie im Traum gesehen hatte, hereinplatzt und ihn überzeugen will, dass er für sie vorbestimmt ist. Aufgrund dieser Blamage verwandelt sie sich von dem vormals extrem romantischen und idealistischen Teenager in eine nüchterne realistische Frau, die nicht mehr an die Liebe und an Vorbestimmung glaubt.
Acht Jahre später kehrt Sarah, nun erfolgreiche Kinderbuchautorin, nach Twilight zurück, um den Herzenswunsch eines schwer erkrankten Mädchens zu erfüllen. Als sich dann herausstellt, dass das kleine Mädchen Travis Tochter ist und er inzwischen alleinerziehender Vater, überschlagen sich die Ereignisse und Gefühle von Sarah.
Lori Wilde hat die einzelnen Charaktere bis hin zu den Nebencharakteren sehr gut ausgearbeitet. Man fühlt stark mit ihnen mit und kann sich sehr gut in deren Situationen hineinversetzen. Auch wenn Sarah als Erwachsene vorgibt, nicht mehr sonderlich romantisch zu sein, erkennt man doch schnell, dass dem nicht so wirklich ist.
Insgesamt wird einem beim Lesen der Geschichte klar, dass nicht alles so ist, wie es scheint. Irgendwie scheint (fast) jeder im kleinen Örtchen irgendwelche Geheimnisse mit sich rumzutragen, die interessanterweise alle nach und nach gelüftet werden. Allerdings erschien mir dies nach einer Weile schon viel. Klar jeder hat irgendwie Geheimnisse, die er mit sich schleppt. Jedoch spielen hier viel zu viele große Geheimnisse eine Rolle:
Eine Frau, die für Geld ihr Kind weggeben hat; Travis Ex-Frau offenbart warum sie ihre kranke Tochter im Stich ließ; Sarah trägt nicht nur Narben auf ihrer Seele mit sich, uvm.
Abgesehen davon, dass zu viele Geheimnisse eine Rolle spielen, denke ich dass Lori Wilde ein wunderbarer Roman in schöner Kulisse gelungen ist, von der ich gerne mehr lesen würde. Allerdings denke, ich auch, dass das Ende etwas besser hätte ausgearbeitet werden können, da es zum Einen teilweise voraussehbar ist, zum Anderen aber auch Teilaspekte etwas unglaubwürdig wirken (Beziehung zu Sarahs Eltern und deren Einfluss auf ihr Verhalten).
Mit ein paar weniger mit Geheimnissen belasteten Personen hätte das Buch von mir durchaus 5 Punkte bekommen. Da ich allerdings denke, dass Lori Wilde hier ein wenig übertrieben hat, bekommt das Buch von mir insgesamt 4 Punkte.