Leider muß man mindestens einen Stern vergeben - meiner hat ein MINUS davor.
Die Autorin hat es nicht verstanden, innerhalb der dreijährigen (Eigenaussage) Arbeit an diesem Werk auch nur die Mindestanforderung an gründliche Recherche zu erfüllen.
Nicht die Quellenlage ist schlecht, Frau Alexowitz, sondern sie haben schlampig gearbeitet. Mit großen Kinderaugen Filmfare-Artikel durchzulesen hilft nicht wirklich weiter. Wenn man Titelübersetzungen anbietet, sollte man zumindest Grundlagen der Sprache verstehen. Die Bilder sind zu guten Teilen miserabel und schlecht ausgewählt. Massive Schreibfehler tragen ein übriges zum Bild von "schnell zusammengestrickt, um die Bollywoodwelle abzureiten" bei. Die Auswahl von Schauspielern und Filmen wirkt beliebig, Fehler und Lücken überall. Die 90er Jahre sind NICHT repräsentativ für die restlichen 90 Jahre indischen Films und es reicht NICHT, einen Aufsatz von Schulze zu lesen, um die fünfziger Jahre beurteilen zu können.
Seitenweise Zitate abzuschreiben, ja ganze (übrigends auch nicht sehr gute) Webseiten unkommentiert und ohne Quellenangabe zu übernehmen zeigt, das auch die Arbeitsethik von Frau Alexowitz jenseits jeglicher Standarts ist.
Mein Lieblingszitat:"Aufgrund eines religiösen Bürgerkrieges zwischen Hindus und Moslems wurde das Land in die hauptsächlich hinduistische Nation Indien und die islamische Nation Pakistan aufgeteilt."(S.56) Möglichweise sehen das die Inder und möglicherweise sogar die Historiker etwas anders. Sehr schön auch das "Deutsche Entwicklungshilfe" - Kapitel.
Leider reichen 1000 Worte für die Aufzählung der Probleme dieses Buchs nicht aus.
Deshalb die kurze Zusammenfassung: BLOS NICHT KAUFEN! Dieses Buch verbreitet noch mehr Klischees, als ohnehin schon zu diesem Thema in Deutschland unterwegs sind.
Wie heißt es doch so schön: "In manchen Filmen bleibt die Kurtisane jedoch jeder Logik zum Trotz und wie durch ein Wunder Jungfrau."(S.99)
Gibt es eigentlich noch Verlagslektoren? Schande für Horlemann.