Dieses Spiel ist eines dieser Spiele, das solch ein innovatives und verrücktes Konzept hat, dass man schon Angst darum fürchten muss, ob es überhaupt im Westen veröffentlicht wird. Ich habe mich schon sehr darauf gefreut und wurde auf keinen Fall enttäuscht.
Schon zu Beginn fällt auf, dass nicht nur Wert aufs Gameplay und die Operationsabschnitte selber, sondern auch auf das Drumherum gelegt wurde. Schon zu Beginn gibt es etwas längere Dialoge zwischen Charakteren, in die auch Emotionen gelegt werden.
Nach dem ersten Gespräch geht es auch schon gleich an die erste Operation: Der Patient hatte einen Motorradunfall und hat nun Glassplitter im Arm stecken. In dieser Operation, die als Tutorial betrachtet werden kann, lernt man den Umgang mit den Basisinstrumenten eines Chirurgen. Das Ganze gipfelt dann darin, dass man den Arm aufschneiden muss, um ein paar Glassplitter herauszuholen, dir weiter vorgedrungen sind. In der nächste Mission, in der man mit den restlichen Instrumenten vertraut gemacht wird, geht es schon an das Herausholen eines Tumors und man merkt deutlich, dass das Zukunftssetting nötig ist, um es glaubhaft rüberzubringen, dass man chronische Krankheiten so einfach behandeln kann. Und das klappt vorzuglich.
Nach einigen weiteren Operationen merkt man schon deutlich, wie der Schwierigkeitsgrad anzieht, oftmals hat man extrem wenig Zeit für einen Instrumentwechsel. Wer nun noch nicht genau weiß, mit welchem Instument man welche Wunden behandelt, hat keine Chance mehr.
Die Story geht bekommt langsam epische Ausmaße, denn eine Terrorgruppierung hat tödliche Viren in den Umlauf gebracht - dementsprechend werden die Operationen noch viel schwerer. Da kommen schon mal Abschnitte vor, die man vier bis fünf mal wiederholen muss. Zum Glück gibt es aber eine spezielle Fertigkeit, die man verwenden kann, nämlich die Heilende Hand. Verwendet man diese, läuft für eine kurze Zeit alles in Zeitlupe ab, die Uhr, die anzeigt, wie lange man für eine OP noch Zeit hat, läuft allerdings ganz normal weiter. Dies und die Tatsache, dass man die Heilende Hand nur einem pro Operation verwenden kann, sorgen dafür, dass trotz dieser extremen Hilfe, der Schwierigkeitsgrad immer noch hoch genug ist. Außerdem kann man durch den Einsatz der Heilenden Hand nicht mehr den S-Rang bekommen. Man bekommt nämlich nach jeder OP einen Rang, je nachdem wie viele Fehler man gemacht hat und wie schnell man war. In einem Extramodus kann man bereits bewältigte Operationen noch mal spielen, um bessere Wertungen zu erzielen, doch sind die besten Wertungen in vielen der Operationen nahezu unmöglich.
Zwischendurch gibt es auch bloße Storykapitel, in denen man nur Zuseher ist, und einige ausgefallene Operationen, wie das Entschärfen einer Bombe, die noch mehr Spaß in die Sache bringen.
Der Sound im Spiel ist passend und treibt einen während der OPs an. Während der Storysequenzen ist auch für eine passende Sounduntermalund gesorgt, doch ist er nach einer Weile ein wenig eintönig.
Die Grafik ist auf jeden Fall sehr gut, jedoch enttäuscht es ein wenig, dass man während der Storyabschnitte nur die Oberkörper der (sehr gut gezeichneten) Figuren zu sehen bekommt und die restlichen Ereignisse einer Zwischensequenz nur durch Text "gezeigt" werden. Da hätte man noch ein wenig daran arbeiten können.
Alles in allem ist das Spiel sehr innovativ und spaßig, jedoch wird es circa ab der Hälfte extrem schwer, sodass man kein Problem damit haben sollte, den selben Abschnitt öfters zu versuchen.