Beim Lesen dieses Buches habe ich eine interessante Feststellung gemacht. Meine Gedanken sind oft vom Inhalt abgeschweift, und dabei ist eine eigene Geschichte entstanden, die jedoch auf Aussagen des Autors beruht. Die Geschichte geht so:
"Während er auf seiner Harley um den Gardasee gleitet, denkt der Autor über die Dinge nach, die er in seinem Leben schon erreicht hat und die er noch erreichen will. Ex-Frau, aktuelle Freundin und Kinder sind bereits vorhanden (ein Eigenheim mit selbst gepflanztem Baum im Garten wird es vermutlich ebenfalls geben, auch wenn das im Buch nicht erwähnt wird). Auf den Malediven war er auch schon. Als Topmanager hat er eine eigene Firma erfolgreich auf- und ausgebaut, doch das braucht er jetzt nicht mehr. Viel wichtiger ist ihm Spaß. Und etwas fehlt ihm noch - ein eigenes Buch! Kaum gedacht, schon gemacht. Auf nach Mallorca, diese Oase der Ruhe, in der das Werk entsteht." Und das kam dabei heraus:
Gleich zu Beginn wendet er sich an Arbeitslose, die möglicherweise durch den Untertitel zum Kauf animiert wurden, im weiteren Verlauf des Buches allerdings keine entscheidende Rolle mehr spielen. Das ist auch nicht verwunderlich, denn schließlich ist der Autor Headhunter. Und die vermitteln üblicherweise keine Arbeitslosen, weil solche Menschen nicht in das Beuteschema der betreuten Firmen passen. Die konventionelle Vorgehensweise per schriftlicher Bewerbung nennt er demzufolge auch ,Blind meets Blind'. Seine Zielgruppe sind dagegen hochqualifizierte Berufstätige, bei denen sich die Courtage lohnt. Daher lautet sein Erfolgsrezept: Vergessen Sie die gut gemeinten Gehhilfen "zum Durchstarten", diesen intellektuellen Sondermüll, und suchen Sie sich einen guten Personalberater, dann klappt es auch mit dem Traumjob. Das ist also das Geheimnis der erfolgreichen Jobsuche!
Und nun überlegen Sie mal kurz: Wie viele Menschen kennen Sie, die ihre Stelle durch einen Headhunter bekommen haben? Ich kenne genau einen, und der passt perfekt in deren Beuteschema. Aber die meisten meiner Bekannten haben trotzdem Arbeit und sind auch noch zufrieden damit, obwohl die Statistik und der Autor es kaum glauben werden. Diese Zufriedenheit beruht auf dem Wissen, etwas Sinnvolles zu tun, und das verschafft zugleich langfristige Genugtuung. Der eher kurzfristige Spaß spielt dagegen eine untergeordnete Rolle. Aber so setzt eben jeder andere Prioritäten.
Fassen wir zusammen: Wenn Sie sich in dem Lebensentwurf des Autors wiederfinden, dann könnte das Buch eine Empfehlung für Sie sein. Falls nicht, denken Sie noch einmal über den Kauf nach.