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Eine mit 480 Seiten durchaus lange Geschichte, die ruhig erzählt, bestens konstruiert und haarscharf durchdacht ist und die mit der Präzision einer tickenden Zeitbombe zielstrebig ihrem Ende entgegen läuft. Natürlich ahnt man früh etwas, da fallen Namen, Mutmaßungen, Andeutungen, da drängt sich schnell ein Verdacht auf und man kombiniert, zählt eins und eins zusammen und doch kommt es ganz anders. Die fast sture Konsequenz im Erzählstil schafft eine stetige Dramatik, die knebelt und wirklich erst auf der vorletzten Seite wieder durchatmen lässt. Wohl temperiert und doch nervenaufreibend, stilistisch gleichbleibend distanziert und doch verflixt spannend.
Die eine Tote ist Alexandra Tynedale, Brauerei-Tochter; das tote Baby angeblich Erin Riordin, das Kind ihres Kindermädchens. Als Alexandras eigenes Kind aber tritt Maisie auf, mittlerweile eine attraktive Frau, in den Fünfzigern und: reich, sehr reich. Aber auch das Kindermädchen lebt noch, Mrs. Riordin. Welche dubiose Rolle spielt sie? Der Fall könnte etwas Märchenhaftes von Aschenputtel an sich haben, wäre er nicht so fesselnd und brutal verbunden mit Mord und Verbrechen.
Die Spurensuche beginnt in den Jahren des Zweiten Weltkriegs, eine intensive Recherche in einem Verbrechen, das bis in die übernächste Generation seine Tentakeln ausstreckt. Ob es besser wäre, "die alten Geschichten ruhen zu lassen", fragt ein Kollege den anderen? Gott sei Dank nicht, es wäre schade um einen guten Kriminalroman gewesen! --Barbara Wegmann
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Enttäuschende Handlung, unbefriedigendes Ende,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Trauer trägt schwarz. (Gebundene Ausgabe)
Auch ich muss mich meinen Kollegen hier anschließen: Martha Grimes hat schon weitaus bessere Bücher abgeliefert. Mit zunehmender Anzahl ihrer Jury-Werke steigt auch die ähnliche Anordnung der Figurenkonstellationen: Immer gibt es neunmalkluge Kinder, immer verdrückt Agatha Unmengen an Scones, immer öfter schlüpft Plant in eine Rolle, um Jury zu helfen, immer wieder rotzt Wiggins in sein Taschentuch, noch immer ist die Katze in Racers Büro nicht gefangen - nicht gerade realistisch.Natürlich ist es für einen Jury-Fan (dies war für mich der 17. Fall) immer wieder schön, die Nebenfiguren auftreten zu sehen, aber auch nur in Anbetracht dieser Nostalgie konnte ich die Italien-Episode von Plant und Trueblood ertragen, die, wie schon in anderen Kritiken beschrieben, gar nichts zum aktuellen Mordfall beitrug. Die Auflösung wirkt an den Haaren herbeigezogen, und der Leser hat nun wirklich keine Chance, durch eigene Knobelei an der Lösung des Rätsels in irgendeiner Weise mitzuwirken. Schade, dass die Bücher zunehmend schlechter werden - Einsteigern seien wirklich die ersten Jury-Fälle ans Herz gelegt. Am besten legen sich Neulinge all die Romane zu, die mit "Inspektor Jury..." im Titel beginnen und noch bei rororo erschienen sind. Was mich zusätzlich ein wenig verwirrt, ist das Alter der Protagonisten, das zwar nie explizit erwähnt wird, jedoch durch den Kontext des 2. Weltkrieges in diesem Buch recht offensichtlich wird. Wenn Jury diesen Krieg als Kind noch miterlebt hat, dürfte er jetzt um die 60 oder 65 sein. Aber ich habe Probleme damit, mir einen Jury vorzustellen, der älter als 40 ist - vor allem dann, wenn Carol-Anne ihn so toll findet. Auch Plant müsste dann schon um die 60 sein, und wie alt ist dann Agatha? 80? Natürlich könnte man argumentieren, dass die Romane selbst in einem zeitlosen Raum spielen, doch aktuelle Bezüge wie das Erwähnen von Handys oder des Millenium Dome verwurzeln den Roman eindeutig im frühen dritten Jahrtausend, also MUSS Jury um die 60 sein. Dies passt allerdings nicht so recht auf die Figur Jury. Dies ist halt das Dilemma, wenn der erste Jury-Fall schon 1981 veröffentlicht wurde ("Inspektor Jury schläft außer Haus" - den ich nur wärmstens empfehlen kann!). Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
für eingefleischte Inspektor Jury-Fans,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Trauer trägt schwarz. (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch lebt von den Persönlichkeiten altbekannter Mitwirkender, die die Leser und Fans der Inspektor Jury-Romane kennen und lieben gelernt haben und bringt zusätzlich durch die Kinder Benny (mit Hund) und Gemma (mit Puppe) frischen Wind in die Handlung. Die Handlung selbst befasst sich - nicht immer überzeugend - mit Vergangenheitsbewältigung seitens des Inspektors und Vergangenheitsaufklärung bedingt durch einen aktuellen Mord. Mord, Kindertausch oder doch nicht, Mordanschläge, ein Mündel unbekannter Herkunft, ein ordentliches Angebot für einen Krimi. Leider ist die Handlung nicht immer schlüssig. Ein kleiner amüsanter Ausflug u.a. nach Florenz in die Kunstszene ist unterhaltsam, jedoch für den Fall unerheblich. Auch die Zusammentreffen von Melrose und Jury im 'Club' rufen - vor allem durch Originale wie dem Butler und weitere Clubmitglieder - desöfteren ein Schmunzeln hervor.Der Schluss war für mich auf jeden Fall überraschend, aber nicht unbedingt überzeugend. Ich hatte fast den Eindruck, der Abgabetermin des Verlages war zu früh. Gerne hätte ich auch noch erfahren, wie es für Benny und Gemma weiter geht. Schade. Oder sollte das Ende Lust auf einen weiteren Band der Serie machen - sollte es den geben?
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Schwach+konfus - hoffen auf bessere Zeiten,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Trauer trägt schwarz. (Gebundene Ausgabe)
"Die Trauer trägt schwarz" ist einer der schwächsten Inspektor Jury-Romane, die Martha Grimes je veröffentlicht hat. Am Schluss bleibt beispielsweise eine zentrale Frage völlig ungeklärt: Da ist ein kleines, cleveres Mädchen, das die ganze Zeit eine wichtige Rolle spielt. Aber wie es in seine "Position" gekommen ist, weiss man am Schluss immer noch nicht. Dazu kommt, dass die Geschichte harzt und in den Angeln knirscht. Eine Nebenhandlung mit dem sonst so geschätzten Melrose Plant ist viel zu lang geraten, ohne dass das zum Fortgang der Handlung oder zum Amüsement irgend etwas beiträgt. Und der Cliffhanger am Schluss des Buches ist schlicht unlogisch und auch noch unsinnig, weil ja längst bekannt ist, dass es ein weiteres Buch mit Inspektor Jury gibt. Hoffentlich ist das besser.
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