Trauer hat viele Gesichter, und ebenso vielfältig sind die Möglichkeiten, Trauer zu begleiten. Mit "Trauergesichter" ist jetzt ein Buch entstanden, das aus den zahlreichen Erfahrungen schöpft, welche die beiden Autorinnen in der praktischen Trauerbegleitung gemacht haben. Was ihr Buch gegenüber vergleichbaren Titeln auszeichnet, ist der ganz konkrete Praxisbezug. Zwar gibt es sowohl psychosoziale Fachliteratur zum Thema Trauer als auch Erfahrungsberichte von Angehörigen Verstorbener - was bislang aber nur schwer auffindbar war, ist Material, das praktische Anregung und Anleitung für Trauernde und Trauergruppen enthält. Ein solches "Handwerkszeug für die Trauerbegleitung" will dieses Buch sammeln und an die Hand geben.
Das Buch vereinigt fachliche, wissenschaftliche Erkenntnisse mit der Erläuterung konkreter Methoden zur Gestaltung von Trauergruppen. Den zweiten Teil des Buches bildet ein umfangreiches Übungsverzeichnis zur praktischen Anwendung in Trauerseminaren. Dabei stellen die Autorinnen Anleitungen für Abschiedsrituale, Tänze und andere Übungen vor. Speziell dieser zweite Teil dürfte eine wahre Fundgrube sein für TrauerbegleiterInnen, die durch solche Anregungen vom Erfahrungsschatz der beiden Autorinnen profitieren können. Die Übungen lassen dabei genug Freiraum, diese weiterzuentwickeln und zu ergänzen. Den umfangreich dargestellten Arbeitsmaterialien werden zudem Bilder und Bildbesprechungen sowie Märchen zum Thema Trauer auch aus anderen Kulturkreisen mitgegeben: So lernt man/frau ganz nebenbei, auf welche Weise afrikanische Mythen den Verlust geliebter Menschen verarbeiten, und die zahlreichen Abbildungen der Werke berühmter Maler wie z.B. Munch oder van Gogh regen dazu an, auch die Kunst in die Trauerbegleitung mit einzubeziehen.
Ein Buch, das für jeden praktische Anregungen enthält, der Trauergruppen aufbaut bzw. leitet - eben ein richtiges "Handwerkszeug" für die Trauerbegleitung statt trockener Theorie!