Kurzbeschreibung
Durch den Bologna-Prozess soll ein europäischer Hochschulraum entstehen. Wie wird der Prozess in den translationswissenschaftlichen Studiengängen gestaltet? Und allgemeiner gefragt: Wie sieht derzeit die Ausbildung im Übersetzen und Dolmetschen aus? Anhand eines strukturellen und inhaltlichen Vergleichs von 90 Studiengängen bzw. -richtungen an 32 Hochschulen in 21 Ländern werden internationale Konvergenzen und Divergenzen beschrieben sowie mögliche Ursachen für Divergenzen erläutert. Es zeigt sich, dass die Bologna-Empfehlungen in der Translationswissenschaft umgesetzt werden können. Da diese Empfehlungen jedoch rein formal-struktureller Natur sind und die Umsetzung zudem gerade nicht auf europäischer, sondern weitgehend auf nationaler Ebene erfolgt, bleiben Möglichkeiten zur Koordination innerhalb der Disziplin Translationswissenschaft ungenutzt. Abhilfe könnte die Herstellung inhaltlicher Transparenz schaffen: Sie würde die europäische Vielfalt durchschaubar machen, aber nicht nivellieren.
Über den Autor
Susanne Hagemann, Diplom-Übersetzerin, Dr. phil., arbeitet als freiberufliche Text- und Sprachexpertin. Sie ist Lehrbeauftragte am Fachbereich Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz in Germersheim, wo sie auch mehrere Projekte zur Translationsausbildung durchgeführt hat. Ihre jüngste Buchpublikation ist "Feminism ans Territoriality: A Bifocal Case Study of Literary Irelands" (Wissenschaftlicher Verlag Trier, 2005)