Gleich zu Beginn überfällt Katsaris unser Ohr mit Klangkaskaden. Ah, die Toccata BWV 565, für Klavier transkribiert,von ihm gespielt, als habe er zwanzig Finger.
Katsaris hat viele Transkriptionen in seinem Leben eingespielt. Vollgriffiger Klaviersatz, für ihn kein Problem.
Eigentlich sind ihm die Bearbeitungen offensichtlich nicht schwer genug. Er komponiert noch schnell etwas hinzu ? Um seine Finger zu beschäftigen ? Wenn man die Badinerie hört, klingt es doch ziemlich aufgesetzt. Wie von einem grossen Jungen gespielt, der schiere Freude an Virtuosität hat.
Spätromantisches Rauschen, aufgrund der Vorlage der Musik von Johann Sebastian Bach.
Wie unangemessen ist diese Interpretation finde ,möchte an dem wahrscheinlichsten berühmtesten Beispiel belegen. Jesus bleibet meine Freude. Wir haben die umwerfende Einspielung von Lipatti, selbst in der Studioversion 1950. Tiefe Ruhe, stetiger Fluss der Begleitbewegung, vollkommen organische Entwicklung des Stücks.
Ähnlich beeindruckend Leon Fleisher, nachdem er nach Jahrzehnten wieder mit beiden Händen spielen kann. Quasi Gottesdienst am Klavier.
Und dann Katsaris. Vollkommen unangemessen wird diese wunderbare Stück romantisch aufgeladen. Würde ich den Pianisten nicht so sehr schätzen, würde sich die Zahl der Sterne vielleicht noch vermindern.
Ich finde es tragisch, dass dieser Pianist, der so überragende Einspielungen gemacht hat (Bach-Konzerte, Beethoven op. 26, Chopin Walzer) seine ungeheuren Talente so verplempert.
Diese Einspielung jedenfalls kann ich gar nicht empfehlen.