Und vorbei ist es mit den Transformers! Na ja, bei solchen Einspielergebnissen und den bekannt, rücksichtslosen Ausbeutungen guter Filme durch Hollywood, dürfte klar sein, dass Michael Bay und seine Gefolgschaft auch zukünftig planen die gigantischen Alienroboter auf die große Leinwand zu bringen...
Doch zu "Transformers 3": Nachdem ich den ersten Teil gesehen hatte, war ich hin und weg und ein Riesenfan der Autobots und Decepticons! Großartige Effekte, eine schöne, charmante Umsetzung der Geschichte und grandiose Musik. Dann kam Teil 2 in die Kinos und ich war geschockt: Bay hatte das Transformesuniversum verunstaltet, schlimmer noch: Vergewaltigt! Rammelnde Hunde, nervige Roboter, aufgeblasene Effekte, lustlose Schauspieler und eine bescheuerte Story. Eigentlich war mein Enthusiasmus für die Transformers erstickt, doch der Trailer für "Dark Of The Moon" sah wieder mal echt toll aus. Also dachte ich mir: "Was hast du schon zu verlieren, schlechter als der zweite wird er wohl kaum werden...".
Sam hat zwei Mal die Welt gerettet und scheitert nun an einer simplen Aufgabe: Einen vernünftigen Job zu finden. Seine neue Freundin Carly steht ihm dabei tatkräftig zur Seite.
Doch schon bald gibt es größere Probleme: Optimus Prime und die anderen Autobots erfahren, dass die Decepticons planen durch eine geheim, gelagerte, außerirdische Brennstoffzelle den Planeten Cybertron auf die Erde zu transportieren. Hinter all dem steckt nicht nur der ewige Fiesling, Megatron, sondern auch ein Transformer aus den eigenen Reihen und schon bald entbrennt der finale Kampf um die Erde...
Wieder mal gelingt es Bay den Zuschauer bereits mit der Story zu überfordern: Da die Vorwürfe wohl immer darauf hinauslaufen, dass ein "Transformers"- film keine großartige Geschichte hat, versucht Bay nun irgendwie immer die Story so komplex wie nur möglich zu gestalten. Um den kompletten Ablauf des Films zu beschreiben, bräuchte ich eine Seite! Jede Menge Schauplätze, Wendungen, Charaktere... und doch will das alles nicht funktionieren... wieder mal. Doch zunächst mal etwas Positives: "Transformers 3" ist besser, als sein Vorgänger, auch wenn das keine Kunst ist...
Die menschlichen Charaktere haben sich nicht sonderlich weiter entwickelt. Viel mehr setzt Bay darauf, dass alle nur noch "witziger" wirken, um den Film den nötigen Humor zu verschaffen. Doch wie auch in Teil 2, ist dieser "Transformers" weder witzig, noch amüsant, sondern einfach nur albern! Da werden wirklich grandiose Schauspieler, wie John Turturro oder John Malkovich zu nervigen und rumblödelnden Figuren degradiert, während ein blasser Patrick Dempsey neben Shia Labeouf zur Hauptrolle wird. Labeouf ist einer meiner Lieblingsschauspieler geworden in den letzten Jahren, doch seine beiden "Transformers"- fortsetzungen geben ihm nicht viel Chancen sein junges Talent zu zeigen. Ansonsten gibt es die gleichen (öden) Gesichter zu sehen, wie sonst auch, nur Megan Fox wurde endlich ausgetauscht, auch wenn die versteinerte Rosie Huntington nur optisch glänzt. Sams Eltern sind zum Glück nicht mehr so anstrengend, dafür bringen einen die neuen Figuren, wie der Manager/ Geheimagent von Simmons, zum Verzweifeln... Generell besteht die erste Hälfte des Films nur aus wirren, verrückten und überdrehten Szenen, in denen die Menschen die meiste Screentime in Anspruch nehmen.
Dann kommen die Transformer selbst wieder zum Geschehen. Leider sind diese genauso lieblos gestaltet, wie in Teil 2: Optimus ist immer noch der Draufgänger und "Decepticonkiller No 1", von seiner friedlichen und aufopfernden Art ist Nichts geblieben. Auch die anderen Autobots sind seelenlose Kampfmaschinen, deren Motivation immer noch darin besteht möglichst viele Decepticons zu töten. Nur Bumblebee ist so geblieben, wie er immer war, leider hilft das dem Film letztendlich nicht.
Die Decepticons sind zwar optisch und technisch noch beeindruckender, aber auch nicht mehr sonderlich beängstigend. Im ersten Teil waren die feindlichen Transformers sehr gut dargestellt durch die außerirdische Sprache und die Verwandlungen in militärische Fahrzeuge, leider fehlen die Transformationen hier fast komplett und man bemüht sich nur noch darauf, die Roboter schön "abgefahren" aussehen zu lassen. Ein grundlegender Punkt, warum Teil 3 versagt, denn das "Transformers"- feeling aus Teil 1 fehlt somit einfach!
Genauso sind auch alle Actionszenen, bzw der ganze Film selbst aufgebaut: Bay denkt, dass das Prinzip "mehr, größer, lauter und schneller = besser" so einfach funktioniert, aber leider ist das auch beim dritten Spektakel ein Reinfall. Man versucht einfach immer wieder die breiteste Masse zu treffen, also ein Mix aus großer, epischer Action, sexy Mädchen und pubertären Witzen und "Transformers 3" ist der Höhepunkt dieser Masche. Michael Bay's primitive Strategie funktioniert finanziell tadelos und die Einspielergebnisse beweisen leider immer wieder, wie anspruchslos das heutige Kinopublikum geworden ist.
Was mich aber überraschenderweise mitgerissen hat, war die düstere und apokalyptische Atmosphäre zum Ende hin, genau das hatte ich mir in Teil 2 gewünscht. Die Welt kurz vor dem Untergang und dann ein paar wirklich schöne Szenen, wie der Einsturz des Wolkenkratzers. Allerdings geht dies am Ende auch wieder flöten, denn der finale Kampf dauert fast eine Stunde UNunterbrochen an! Und irgendwann ist man einfach nur gelangweilt vom Effektgewitter und dann kommt der Abspann plötzlich so schnell, dass man sich fragt, wo das Ende eigentlich gewesen ist...
Nur die Musik von Steve Jablonsky überzeugt mal wieder von vorn bis hinten. Auch wenn ein paar Stellen an "Inception" oder "Pirates Of The Caribbean" erinnern, so erfüllt der Score seine Aufgabe und bietet, wie ich finde einen ziemlich beeindruckenden Abschluss der Trilogie!
Zum 3D- Effekt: Eine wirkliche Überraschung, der Tiefeneffekt kam nach langer Zeit endlich mal wieder gut rüber und wurde auch nicht zu aufdringlich eingesetzt. Doch auch wie bei so gut, wie allen anderen 3D- Filmen in letzter Zeit, ist die drei dimensionale Sicht nicht mehr, als ein optisches Bonbon, auf das man als Zuschauer gerne verzichten kann.
Fazit: Michale Bay ziegt diesmal nicht nur seine abartige Liebe zum Militär, sondern dass er als Regisseur nun völlig versagt hat, auch wenn viele gute Actionszenen und einige tolle "Transformers"- anekdoten zu finden sind. Der dritte und (eigentlich) letzte Teil der Trilogie, bringt die Reihe zu einem nüchternen Ende, das eigentlich super funktioniert, aber einfach schlecht umgesetzt wurde. Für mich ist dies das Ende der "Transformers", ich bleibe beim ersten Teil, der mich heute noch umhaut und unterhält, Teil 2 & 3 ist nur noch optisch, schöne Geldmacherei und filmische Ausbeutung der schlimmsten Art, die ich nicht brauche.