Roadmovies wurden ab den 60er Jahren immer erfolgreicher als eigenständiges Filmgenre. Die Handlung von Roadmovies spielt auf Landstraßen und Highways, die Reise wird zur Metapher für die Suche nach Freiheit und der Identität der Protagonisten. Bereits einige Jahrzehnte früher gabs Vorläufer, beispielsweise Chaplins "Tramp" oder auch einige Western. In Otto Premingers Film "Fluss ohne Wiederkehr" ist die Straße des Lebens beispielsweise sogar nur mit dem Floß befahrbar. Mitchum und Monroe kämpfen gegen den reissenden Fluß, aber auch für eine neue Erkenntniss "Liebe" auf der Reise.
Mit "Easy Rider" kam 1969 vielleicht das erfolgreichste Roadmovie in die Kinos, eine ganze Generation fand in dem Film eine gewisse Identifikation.
"Transamerica" schildert die Reise zweier Aussenseiter:
Bree (Felicity Huffmann), ist transexuell und heisst eigentlich Stanley. Das Leben im falschen Körper möchte sie hinter sich lassen und sie hat mit zwei Jobs und lamgem Atem das nötige Geld für den operativen Eingriff erspart, der aus ihr auch äusserlich eine Frau machen soll. Die Operation steht kurz davor, als sie überraschend einen Anfruf aus New York erhält. Es ist ein gewisser Toby (Kevin Zegers), ein in Jugendhaft sitzender 17-jähriger Junge, der seinen Vater sucht.
Und dieser Vater ist...Stanley. Toby ist das Ergebnis einer lange zurückliegenden Affäre. Tobys Mutter ist inzwischen verstorben und er steht anscheinend ohne Familie da. Bree scheut es einerseits die Verantwortung für den Jungen zu übernehmen, zahlt aber dennoch den einen Dollar Kaution und nimmt ihn - nach gewissem Zögern und Vorbehalten - auf eine Autoreise nach LA mit. Doch noch ist keiner am Ziel, Bree outet sich nicht und gibt sich als sozial engagierte Christin aus ....auf der Reise begegnen sie sie irgendwann auch den Eltern von Bree (Burt Young/Fionnulla Flanagan)...
Ein Film um zwei Menschen, die abseits der Gesellschaft stehen...hört sich eigentlich wie ein Drama um Identiifikationssuche an, doch Regieneuling Duncan Tucker überrascht mit einer sehr leichtfüßigen Inszenierung, die auch viel Witziges und Aberwitziges zu bieten hat. Vor allem ist der Film aber sehr warmherzig.
Auch schauspierlisch ist der Film klasse. Kevin Zegers als Tobey oder Fionnulla Flanagan als Brees schwierige Mom. Felicity Huffman spielt den transsexuellen Stanley einfach phänomenal. Die grandise Leistung wurde 2006 mit einer Oscarnominierung belohnt, sie verlor allerdings im Endspurt gegen Reese Witherspoon mit ihrer Darstellung als June Carter in "Walk the Line"...