Seit einigen Jahren ist Cellinis Saliera, sein Prunk-Salzfass, wegen des spektakulären Raubes, immer wieder erwähnt worden. Sonst weiß man von seinen Arbeiten wenig, obwohl er ein sehr fleißiger und außerordentlich vielseitiger Künstler war: vieles wurde ? da aus edlem Material ? im Lauf der Zeit eingeschmolzen und so ?versilbert?.
Sein lesenswerte Lebensbeschreibung (die auch Goethe überstzt hat) schildert, welche menschlichen Schwierigkeiten er mit seinen Auftraggebern aber auch wegen seines cholerischen Charakters hatte.
Hier erfährt man, was und wie er gearbeitet hat. Er glaubte von seinem Traktat, wie er im Widmungsschreiben sagt, ?daß es vielen nützlich sein wird von den schönen Geheimnissen jener Künste zu erfahren und daß es für die anderen außerhalb des Gewerbes ergötzlich sein wird.?
Beides, das Nützliche und das Ergötzliche, sind ihm ausgezeichnet gelungen ? zumindest wenn man, wie in der vorliegenden Ausgabe, die fachkundigen und detaillierten Erläuterungen von Erhard Brepohl lesen und damit auch als Laie verstehen kann, welche ausgeklügelten Verfahren er anwendete und welche technischen Probleme er dabei meistern musste.
Das liest sich teilweise so spannend, dass einem der bei der Lektüre der Atem stockt!
Wer sich für die Geschichte von Technik und Ingenieurskunst interessiert, der wird von diesem Buch begeistert sein.
Im schön ausgestatteten Band gibt?s nur leider einige Wermutstropfen: überflüssige Druckfehler.